Wunschliste – Heißluftballonfahrt in Laos

In Vang Vieng, einem verschlafenen Städtchen in Laos, erfüllen wir uns einen lang gehegten Wunsch. Während  eine Heißluftballonfahrt an anderen Orten dieser Welt nahezu unerschwinglich ist, rückt sie hier doch noch in unser Reisebudget und so beschließen wir es zu wagen …

Unser Tag beginnt vor Sonnenaufgang: Von unserem Hostel aus werden wir mit einem Tuktuk abgeholt und dürfen eine kurze, rasante Fahrt genießen.  Um ehrlich zu sein ist uns bei dem Gedanken an diese Unternehmung ein bisschen mulmig zu Mute, außerdem hat Irene in den letzten Jahren etwas Höhenangst entwickelt (Was vermutlich mit einem gewissen Kletterabenteuer in Ecuador zu tun hat, aber das ist eine andere Geschichte…).

Nach zehn Minuten kommen wir am Startfeld an, wo die vorbereiteten Heißluftballons bereits auf uns warten. Dann geht eigentlich alles sehr schnell, denn wir wollen den Sonnenaufgang aus 500 Metern Höhe sehen. Es bleibt nur noch Zeit für ein paar Fotos und schon werden wir zum Ballon gewunken.

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Tja, da stehen wir nun. Skeptisch begutachten wir unser merkwürdiges Gefährt: Wir stehen in einem überdimensionalen Picknickkorb, der an ein Leintuch und einen Bunsenbrenner geknotet ist. Wir wissen zwar, dass dieses Ding fliegen kann aber so richtig vorstellen können wir uns das in diesem Moment trotzdem nicht. Irene fragt noch schnell den Piloten, ob er das schon öfters gemacht habe und er antwortet grinsend „Natürlich“. Das muss wohl als Kompetenzbeweis genügen, denn bevor wir uns weitere Gedanken machen können, hebt der Ballon auch schon ab. Die Flammen aus dem Bunsenbrenner versengen uns zwar fast die Augenbrauen, dennoch genießen wir die Wärme des Feuers an der kalten Morgenluft.

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Wir steigen höher und höher und wieder einmal zeigt sich, dass man belohnt wird, wenn man über seinen eigenen Schatten springt. Der Ausblick ist einfach atemberaubend: Das verschlafene Vang Vieng mit seinen schroffen Klippen und dem geschwungenen Sam Song Fluss liegt unter unseren Füßen. Mit jedem Höhenmeter, den wir weiter aufsteigen, wird der Blick über die Landschaft surrealer und lässt uns die kleinen Problemchen des Reisealltags vergessen. Sobald wir den höchsten Punkt erreichen, steigt plötzlich die Morgensonne hinter den Bergen hervor- als hätte sie nur auf uns gewartet. Das ist einer dieser Momente, in denen man so glücklich ist, dass man alles um sich herum vergisst. Die Höhe und die Skepsis wegen des Ballons sind vergessen und wie unter Hypnose bestaunen wir die Umgebung. Die ersten Sonnenstrahlen schenken angenehme Wärme und tauchen das wunderschöne Tal zunehmend in rotes Licht.

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Wir verbringen eine Weile auf dieser Höhe, sind noch damit beschäftigt den Moment aufzusaugen und in der „Niemals-Vergessen-Rubrik“ unseres Gehirns abzuspeichern,  als auch schon der Sinkflug beginnt. Irene macht den Fehler direkt nach unten zu blicken und auf einmal fällt ihr wieder ein, dass wir ja noch immer in diesem komischen Picknickkorb hunderte Meter über dem Boden fliegen. An der Kippe zur Panikattacke gelingt es ihr sich mit ein paar tiefen Atemzügen zu beruhigen und wir setzen den Flug ohne Zwischenfälle fort.

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In Bodennähe angekommen wirft unser Pilot ein Seil aus dem Korb und vier schreiende Laoten schmeißen sich in die Büsche, schnappen sich das Seil und ziehen den Ballon mit vereinten Kräften zu sich. Als wir aus dem Korb steigen, sind wir beide erleichtert wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, aber das Gefühl über das Erlebte ist einzigartig: Diesen Moment kann uns einfach keiner mehr nehmen.

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Organisation:

  • Kosten: 80 US Dollar pro Person, was im Vergleich zu anderen Ländern sehr günstig ist.
  • Am Einfachsten ist es dieses Erlebnis vor Ort zu buchen. Wir haben uns beim Buchen unserer Aktivitäten in Vang Vieng für ein kleines, abgelegenes „Ein-Mann-Reisebüro“ am Rande der Stadt und somit gegen die hochfrequentierten Agenturen in der Stadtmitte entschieden. Der Inhaber war sehr dankbar für die Aufträge und wir hatten dafür drei Tage lang einen Guide für uns alleine.