Ein Rückblick auf die letzten Monate und unsere Pläne für 2018

Hier sitzen wir nun und können es eigentlich nicht ganz glauben: Die letzten Monate sind so wahninnig schnell vergangen. Und auch wenn es noch ein bisschen zu früh für einen Jahresrückblick ist, haben wir das große Bedürfnis all unsere Emotionen fest zu halten. Aber beginnen wir erst einmal ganz von vorne.

Als wir letzten Jänner ins Flugzeug Richtung Neuseeland steigen, sind unsere finanziellen Reserven langsam aufgebraucht und uns wird leider bewusst, dass das für einige Zeit unsere letzte Reise sein wird. Dieser Gedanke fällt uns alles andere als leicht. Hinzu kommt, dass wir eigentlich nicht so genau wissen, wie es danach weiter gehen soll. Lediglich klar ist Jonathans nächster logischer Karriereschritt, alles andere ist ungewiss. Und während wir sechs unvergessliche Wochen in Neuseeland verbringen, wird uns so einiges bewusst.  Immer wieder reden wir während unseren endlosen Wanderungen über verschiedene Möglichkeiten und langsam entsteht eine Idee…

Es ergibt sich der glückliche Zufall, dass wir beide direkt nach unserer Rückkehr aus Neuseeland einen neuen Job haben und zu arbeiten beginnen, Irene erhält ihre Jobzusage sogar erst während unserer Reise zwischen zwei Wanderungen. Wir sind beide unglaublich glücklich über diese Chance, denn nachdem wir seit Jänner 2016 mehr als 8 Monate gereist sind, entsteht langsam der Wunsch nach einer gewohnten Umgebung, nach Kontinuität und einem festen Zuhause. Wir starten nach Neuseeland also quasi in ein uns neues, unbekanntes Leben und sind wahnsinnig motiviert. Aber irgendwie will es nicht so ganz klappen…

„Die zwei bedeutendsten Tage in deinem Leben sind der Tag, an dem du geboren wurdest, und der Tag, an dem du herausfindest, warum.“ – Mark Twain

Unsere erste Idee ist ab Jänner 2018  wieder eine größere Reise zu unternehmen, da Jonathans Dienstvertrag zu diesem Zeitpunkt ohnehin enden würde. Und um unseren Wunsch nach fernen Ländern fürs erste zu stillen, starten wir diesen Blog. Wir haben einfach das Bedürfnis die vielen Geschichten und Momente, die wir in den letzten Jahren zusammen erlebt haben, zu sammeln und fest zu halten.

Doch schlussendlich tritt genau das ein, was wir befürchtet haben. Während die Monate vergehen, bemerken wir eine gewisse Unruhe. Obwohl wir unsere neuen Jobs mögen und vor allem bei Jonathan einem weiteren problemlosen Karriereweg nichts im Wege steht, sind wir eigentlich ständig auf der Suche nach einem Ausweg. Zwar haben wir die Möglichkeit zur Routine, sind aber ständig rastlos und kommen nicht zur Ruhe.

Wie die meisten von euch ja bestimmt wissen, sind wir seit August 2016 verlobt. Somit sind die wichtigsten Fragen, mit denen wir uns 2017 beschäftigen und die schlussendlich alles verändern: „Wie wollen wir unser erstes Ehejahr gestalten?“ und „Wer sind wir als verheiratetes Paar?“

Eines Abends stehen wir vor der Weltkarte in unserer Wohnung und besprechen, welche Länder uns denn interessieren würden. Doch es gibt einfach so viele Orte, die wir sehen wollen, und so viele Erfahrungen, die wir machen möchten, dass ein einziges Leben dazu wahrscheinlich gar nicht ausreicht. Nach vielen weiteren Gesprächen kristallisieren sich ein paar Favoriten heraus und langsam bauen wir unsere anfängliche Idee immer weiter aus.

Irgendwann haben wir es dann einfach beschlossen und fixiert: „Wir werden mit Ende Dezember unsere Jobs kündigen, heiraten und verreisen.“ Unsere Hochzeitsfeier wird somit gleichzeitig auch eine Abschiedsfeier sein. Ja, wir wissen, das klingt verrückt.

Und jetzt sitzen wir hier. In fast 5 Wochen geht es nach Mittelamerika und ganz fassen können wir die Situation noch nicht. Unsere Kündigungen sind eingereicht, die Flüge gebucht. Wir geben zwei sichere und gut bezahlte Jobs, ein geregeltes Leben und alle möglichen Sicherheiten auf: Nur um zu reisen. Hätte man uns vor 10 Jahren erzählt, dass wir so etwas einmal machen würden, hätten wir es nicht geglaubt, so stark haben wir uns verändert.

Aber es geht uns nicht bloß darum der Heimat zu entkommen, sondern die Ferne zu entdecken. Und möglicherweise geht es auch darum in der Ferne eine zukünftige Heimat zu finden. „To reach“ und „to settle“ eben…

Wie lange wir reisen werden und wohin es überall gehen wird, wissen wir noch nicht ganz genau. Geplant bzw. gebucht sind bisher Mexiko, Belize Guatemala, Israel und Island. In den letzten Jahren ist uns auch immer mehr das langsame Reisen ans Herz gewachsen. Wir wollen die Länder, die wir in Zukunft bereisen, wirklich ganz genau kennen lernen und tief in die Kulturen, Geschichten und Orte eintauchen. Dazu benötigt man vor allem Zeit.

Nachdem wir dieses Jahr wirklich fleißig gespart haben, uns nichts – wirklich gar nichts!- gegönnt haben und nur auf dieses eine Ziel hingearbeitet haben, haben wir uns vor allem eines vorgenommen: Wir tun das, wonach uns der Sinn steht. So ähnlich haben wir uns als Kind immer das Erwachsen sein vorgestellt. Und jetzt, wo wir erwachsen sind, kommt uns unser Verhalten doch ein bisschen kindisch vor. Es ist möglich, dass wir nach einem halben Jahr schon wieder genug haben, möglicherweise aber auch nicht. Wir werden sehen.

Natürlich spielen auch ein bisschen Angst und Ungewissheit mit, denn bis ins letzte Detail haben wir nicht geplant und das wollen wir auch gar nicht. Doch eines wissen wir mit Sicherheit: Am Ende des Lebens bereuen wir nur die Chancen, die wir nicht ergriffen haben und die Entscheidungen, die wir aus Angst nicht getroffen haben. Das Leben ist zu kurz um es von gesellschaftlichen Konventionen bestimmen zu lassen und es ist in Ordnung, wenn nicht alle Menschen das gleiche Lebensziel verfolgen.