Zentralamerika Woche 1 – Cancun, Isla Mujeres, Isla Holbox, Valladolid

Unsere erste Woche in Zentralamerika ist ziemlich ereignisreich. Vor kurzem sind wir noch durch den Tiefschnee in Berchtesgaden gestapft, jetzt fühlen wir uns in Mexiko schon richtig heimisch. Wir besuchen den netten Ort Puerto Morelos, entdecken das ursprüngliche Cancun, wandern auf einem Tagesausflug zur Isla Mujeres der schroffen Küste entlang, verbringen 3 entspannte Tage auf Isla Holbox und dem Naturschutzgebiet Yum Balam, erkunden unsere erste Mayastätte und Zenoten rund um Valladolid und essen uns quer durch die mexikanische Küche.

  • 11.01.2018 – Puerto Morelos und Cancun

Nach einem kleinen Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Busbahnhof und kaufen uns zwei Fahrkarten nach Puerto Morelos. Nach zirka 30 Minuten Fahrt angekommen beschließen wir uns das Geld für einen weiteren Transport zu sparen und die drei Kilometer zum Strand zu Fuß zu gehen. Belohnt werden wir dafür mit ein paar tollen Ausblicken auf die umliegende Mangrovenlandschaft.

Puerto Morelos selbst gefällt uns eigentlich richtig gut: Weißer Sandstrand, ein paar Palmen, hie und da ein nettes Lokal und das Wahrzeichen – der schiefe Leuchtturm. Wir spazieren den Strand entlang, beobachten Pelikane, schlendern durch den Ort und machen uns anschließend wieder auf den Rückweg. Zurück nach Cancun nehmen wir ein „Collectivo“, das sind kleine Busse bzw. Sammeltaxis – das bevorzugte Fortbewegungsmittel der Einheimischen.

Am Busbahnhof in Cancun kaufen wir uns an einem Straßenstand unsere ersten mexikanischen Tacos und sind jetzt schon Fans der lokalen Küche.

Cancun ist ein touristischer Ort, das wussten wir bereits vor der Anreise, trotzdem wollen wir der Stadt eine Chance geben. Wir wagen uns zunächst tatsächlich in die Zona Hotelera und gehen (wieder entlang von Mangroven) zum wahrscheinlich touristischsten Ort in ganz Mexiko. Es ist mittlerweile Mittag und brütend heiß, trotzdem gehen wir 7 Kilometer an einer prachtvollen Palmenpromenade entlang der Luxushotels.

Nach einem kurzen Blick auf den Strand und die Shoppingmall zieht es uns wieder ins echte Cancun. Wir entdecken nette, kleine Parkanlagen und schlendern am Mercado 28 den Ständen entlang. In einem der Innenhöfe spielt eine Mariachiband, wir setzen uns an den Rand eines Brunnens und hören zu.

Zum Abendessen zieht es uns in den Parque de las Palapas. Hier gibt es zahlreiche, kleine Stände mit traditionellem, günstigem Essen und vielen einheimischen Familien, die den Tag fröhlich ausklingen lassen. Da es unser erstes Abendessen ist, wollen wir mehrere Sachen kosten und nehmen uns Tostadas, Huaraches und Empanadas. Mexiko ist nicht gerade bekannt für seine leichte Küche, aber sie schmeckt definitiv hervorragend! Wir genießen es am warmen Abend immer noch draußen sitzen zu können und fühlen uns bereits richtig wohl.

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  • 12.01.2018 – Tagesausflug zur Isla Mujeres

Um zur Isla Mujeres zu kommen, entscheiden wir uns für die nicht touristische und deutlich günstigere Variante – die Autofähre. Um 07:00 Uhr gehen wir zu Fuß zum Puerto Juarez um anschließend von hier ein Collectivo nach Punto Sam zu nehmen. Wir beobachten vor der Abfahrt den Sonnenaufgang von einem Steg aus und betreten anschließend die Fähre begleitet von einigen LKWs.

Unser Ziel ist eine kleine Wanderung entlang der Ostküste der Insel. Wir entdecken immer wieder kleine Aussichtspunkte mit tollem Blick auf die Klippen, beobachten Fregattvögel und Leguane und können uns an der Küstenlinie gar nicht satt sehen. An einem dieser Punkte finden wir ein mit Meerwasser gefülltes Becken, beschließen ein Stück bergab zu klettern und tauchen unsere Füße ins kühle Wasser, während neben uns die Wellen an den Klippen zerspringen.

Um 13 Uhr ist es mittlerweile so heiß, dass wir beschließen wieder umzukehren und auf der anderen Seite der Insel zurück zu wandern. Wir tanken bei einem Mittagessen in einem schattigen Innenhof wieder ein bisschen Energie, machen uns anschließend auf zum Playa Norte und ergattern dort ein freies Plätzchen unter einer der vielen Palmen.

Nach zwei Stunden sind wir ausgeruht und gehen wieder zum Fährterminal, wo wir die Autofähre zurück zum Punto Sam und anschließend ein Collectivo zum Busbahnhof nehmen. Hier angekommen kaufen wir unsere Bustickets für den nächsten Tag und gehen wieder zum Parque de las Palapas um zu essen, diesmal gibt es Gringas, Tlayudas Oaxaquenas und als Nachspeise Churros.

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  • 13.01.2018 – Fahrt nach Isla Holbox

Mit dem Bus geht es heute Früh nach Chiquilá. Der Weg führt durch ein paar kleinere Ortschaften und wir gewinnen einige neue Eindrücke. In Chiquilá angekommen nehmen wir die Fähre zur Isla Holbox, checken gleich in unserer Unterkunft ein und beginnen mit der Erkundung der Insel.

Zuerst gehen wir den Hauptstrand Playa de Holbox entlang, snacken ein Kibe von einem Strandverkäufer und schlendern durch die sandigen Straßen des kleinen karibischen Ortes mit Hippie-Flair, die Graffitis gefallen uns mal wieder besonders gut. Anschließend machen wir uns noch auf den Weg zum Punta Cocos im Südwesten. Die meisten Besucher der Insel sind entweder mit Golf Carts oder Fahrrad unterwegs, als Fußgänger gehören wir mal wieder zur Minderheit. Am Punta Cocos haben wir einen netten Blick auf die Mangrovenlandschaft und beobachten in der Bucht mehrere Wasservögel.

Zurück in der Stadt und auf der Suche nach etwas Essbarem begegnet uns ein Hund, der uns freudig begrüßt. Wie so oft kommen wir mit der Besitzerin ins Gespräch und sie erklärt uns, dass sich die Mitarbeiter des nahe gelegenen Tierheims immer über Leute freuen, die mit den dortigen Hundewaisen einen Spaziergang machen. Da sind wir doch sofort dabei! Nachdem wir uns die Zutaten für unser heutiges Abendessen kaufen, nehmen wir uns vom Tierheim zwei Hunde zum spazieren an den Strand mit.

Nach zirka 40 Minuten bringen wir die beiden wieder zurück und gehen ins Hostel Abendessen kochen – als bereits gut integrierte Neomexikaner gibt es natürlich selbst gemachte Tacos mit Guacamole.

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  • 14.01.2018 – Isla Holbox, Naturschutzgebiet Yum Balam: Isla Pájaros, Isla Pasión, Zenote Yalahau

Am Morgen machen wir uns durch die menschenleeren Straßen des Ortes auf den Weg um an den nördlichsten Punkt der Insel, den Punta Mosquito, zu wandern. Die meiste Zeit des Weges gehen wir am verlassenen Strand entlang, wir überqueren einen kleinen Bach und landen schließlich am Ufer eines breiten Flusses. Aufgrund der Wassertiefe und dem Wissen um Krokodile entscheiden wir uns hier aber wieder umzukehren.

Am Rückweg beschließen wir heute noch die „3 Islas Tour“ zu unternehmen und buchen diese sobald wir im Ort ankommen. Da wir bis zum Beginn der Tour noch ein paar Stunden Zeit haben, gehen wir wieder zum Tierheim, schnappen uns drei Hunde und machen einen ausgedehnten Spaziergang am Strand. Danach gibt es noch ein Mittagessen in dem einzigen Lokal, in dem mehr Einheimische als Touristen sitzen. Hier gibt es ausschließlich Empanadas, dafür günstig und in zahlreichen Varianten – wir kosten fünf verschiedene Versionen.

Um 14 Uhr beginnt unsere Tour durch das Naturschutzgebiet Yum Balam. Wir werden mit einem Golf Cart zum Hafen gebracht und eine rasante Bootsfahrt später sind wir bei der Isla Pájaros angekommen, einem Nistplatz für zahlreiche Vögel, darunter Pelikane und Fregattvögel. Der nächste Stopp ist die Zenote Yalahau am Festland und abschließend geht es zur Isla Pasión. Am Rückweg haben wir Glück und sehen sogar ein paar Flamingos.

Bevor es dunkel wird, holen wir beim Tierheim wieder drei Hunde ab und machen noch einen Spaziergang am Strand begleitet vom Sonnenuntergang.

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  • 15.01.2018 – Isla Holbox

Langsam fühlen wir uns auf Isla Holbox schon ein bisschen heimisch und starten ohne Pläne in den Tag. Gleich in der Früh gehen wir wieder zum Tierheim und machen einen langen Spaziergang mit unseren Lieblingshunden. Danach schlendern wir ein bisschen durch die Stadt, kaufen das Gemüse für unser Abendessen bei einem kleinen Stand und setzen uns am Hafen auf eine Mauer und schauen den Pelikanen zu.

Nach einer Mangojause und etwas Entspannung in den Hostelhängematten machen wir noch einen zweiten Spaziergang mit den Tierheimhunden, kommen zufällig beim Übungsspiel des Baseballteams der Isla Holbox vorbei und schauen diesem lustigen Spektakel eine Stunde lang zu. Anschließend nehmen wir an der Gratis Yogastunde am Dach des Hostels teil und kochen uns unser Abendessen – wieder Tacos. Was für ein entspannter Tag!

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  • 16.01.2017 – Fahrt nach Valladolid über Tizimin

Noch vor Sonnenaufgang nehmen wir die Fähre von Isla Holbox zurück nach Chiquila. Um nach Valladolid zu kommen entscheiden wir uns für die etwas längere Route mit dem günstigen Bus über Tizimin und bereuen es ganz und gar nicht. Wir fahren durch dichte, grüne Vegetation umgeben von ein paar Rinderherden und begleitet von langsamer spanischer Musik. Eine der einheimischen Frauen, die ebenfalls im Bus sitzt, singt leise mit und auch wir können dem Musikgeschmack des Busfahrers Einiges abgewinnen. In Tizimin erkunden wir ganz kurz den Ort und Markt, danach geht es mit einem weiteren Bus nach Valladolid. Dort checken wir zuerst in die Unterkunft ein und schlendern anschließend durch die Stadt. Wir besuchen die Kathedrale San Servacio und die Zenote Zaci. Dies ist unsere erste richtige Zenote und wir sind beide sofort absolut begeistert. Nur ein paar andere Leute sind ebenfalls hier, schwimmen im kühlen Wasser und springen von den Höhlenwänden.

Nach der Zenote machen wir uns auf den Weg zum Mercado Municipal, essen am Bazar Municipal Sopes, besuchen das Kloster San Bernardino, den Mercado Artesanias und das Viertel La Candelaria. Zum Abschluss gönnen wir uns noch einen Snack namens Tamales an einem Straßenstand.

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  • 17.01.2018 – Mayastätte Ek Balam, Zenoten Xcanche, X´Keken und Samula

Nach einem guten Frühstük in unserer Unterkunft machen wir uns auf den Weg zum Collectivostand um zur Mayastätte Ek Balam zu fahren. Nachdem wir zirka 30 Minuten auf einen vierten Passagier warten, feilschen wir mit dem Fahrer noch um den Preis und es geht los.

Ek Balam selbst gefällt uns eigentlich gut, nur den Preis finden wir für mexikanische Verhältnisse etwas überzogen. Von der Spitze des Hauptgebäudes hat man einen tollen Blick auf die übrige Anlage und den endlosen Dschungel. Direkt neben Ek Balam liegt auch unsere erste Zenote des heutigen Tages: Die Zenote Xcanche, welche wir nach einer neuen Eintrittsgebühr und zwei Kilometern Fußmarsch erreichen. Wir kommen bei der Zenote an und haben diesen magischen Ort ganz für uns alleine. Uns gefallen besonders die Baumwurzeln, die von der Oberfläche bis ins Wasser hinein ragen.

Anschließend fahren wir mit dem Collectivo wieder zurück nach Valladolid und nehmen zwei Blocks weiter ein anderes Sammeltaxi zu den Cenotes Dzitnup. Obwohl uns die letzten beiden Zenoten schon gefallen haben, übertreffen diese beiden wirklich all unsere Erwartungen. Es führt zunächst eine Steintreppe durch einen Tunnel hinab und plötzlich steht man einfach nur in einer riesigen Höhle, die mit dem klarsten Wasser gefüllt ist. An der höchsten Stelle befindet sich jeweils ein Loch, durch das Tageslicht in die Höhle fällt, Fledermäuse schwirren umher und leise tropft das Wasser von den Wänden und bildet riesige Skulpturen aus Tropfstein – einfach unbeschreiblich schön.

Den Rest des Tages schlendern wir durch Valladolid, das wir mittlerweile sehr lieb gewonnen haben. Wir lassen den Tag wieder einmal mit köstlichem mexikanischem Essen – Quesedillas, Salbutes, Torta und Churros mit Karamelsauce – und einem Spaziergang über den Hauptplatz ausklingen.

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