Zentralamerika Woche 2 – Valladolid, Merida, Tulum

Unsere zweite Woche in Zentralamerika ist ganz schön intensiv – sowohl im positiven als auch leider im negativen Sinne. Wir sehen unser viertes Weltwunder Chichen Itza, schwimmen ganz alleine in den traumhaftesten Zenoten, entdecken pinke Seen, sehen Krokodile, Flamingos und zahlreiche Vögel und erkunden Merida, die Hauptstadt Yucatans. Leider holen wir uns auch beim Essen auf einem Markt beide eine Lebensmittelvergiftung, Irene wird zusätzlich von einem Hund gebissen und es beginnt die Jagd nach den in Mexiko anscheinend sehr schwer erhältlichen Tollwutimpfungen.

  • 18.01.2018 – Chichen Itza, Zenote Ike Kil, X-Calakoop

Heute stehen wir früh auf um den ersten Bus nach Chichen Itza zu erwischen und vor den großen Menschenmassen dort zu sein. Das gelingt uns auch sehr gut, denn als wir ankommen und auf „El Castillo“ – eines der sieben Weltwunder – blicken, schlendern erst wenige Menschen auf dem großen Areal umher. Chichen Itza ist nach dem Kolosseum in Rom, Machu Picchu in Peru und dem Taj Mahal in Indien unser 4. Weltwunder und gleichzeitig das ernüchterndste. Nachdem wir uns alles angesehen haben, möchten wir noch zwei andere Sehenswürdigkeiten in der Gegend erkunden. Da uns die Preise für Taxis oder Collectivos hier allerdings zu teuer sind und der Weg nicht weit ist, beschließen wir entlang der Landstraße zu einer nahe gelegenen Zenote zu wandern.

Wir ernten einige verwunderte Blicke, als wir am Pannenstreifen zur Zenote Ike Kil gehen, doch fühlen uns dabei erstaunlich wohl. Kurz vor unserem Ziel hält ein Mexikaner auf einem Motorrad neben uns an, stellt sich uns als Tourguide vor und schenkt uns eine Karte für ermäßigten Eintritt in die Zenote. Es ist schon verrückt, was für unwahrscheinliche Begegnungen das Leben für einen bereit hält. Die Zenote ansich wäre eigentlich gar nicht so schlecht, wären da nicht die Massen an Touristen und zahlreiche umliegenden Restaurants und Souvenirshops auf einem weit zubetonierten Areal, die der Zenote jegliche natürliche Schönheit nehmen.

Wir gehen entlang der Landstraße noch etwa einen weiteren Kilometer und kommen zu den Grutas de Balamkache, die man – wie sich dort herausstellt – nur mit Guide besichtigen kann, wobei der Beginn der nächsten Tour noch unklar und die Eintrittspreise gesalzen sind.

Daher drehen wir wieder um und gehen noch weiter bis zum kleinen Ort X-Calakoop. Hier, abseits der Touristenpfade, gefällt es uns wieder richtig gut. Wir besichtigen den kleinen Friedhof und erhaschen Blicke in die Gärten der Häuschen. Wir essen auch gleich eine Kleinigkeit zu Mittag: Es gibt Sopa de Limon und Panuchos bevor wir in den nächsten Bus zurück nach Valladolid steigen.

Dort angekommen gehen wir noch etwas durch die Straßen, essen Streetfood und holen uns von einer Bäckerei Pastelitos de crema und Ocharda di jamon y queso – ein angezuckerter Blätterteigkuchen gefüllt mit Schinken und Käse.

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  • 19.01.2018 – Tagesausflug nach Rio Lagartos und Las Coloradas

Was für ein verrückter Tag! Heute wollen wir in den Norden nach Rio Lagartos und Las Coloradas fahren, wo uns ein Nationalpark, Mangrovenwälder, Flamingos und ein pinker See erwarten. Der erste Bus führt uns nach Tizimin. Hier angekommen kaufen wir uns das Ticket für die Weiterfahrt nach Las Coloradas und gehen anschließend durch den Ort um uns den Hauptplatz anzusehen.

In Las Coloradas angekommen gehen wir sofort zu den pinken Seen, die der Salzproduktion dienen, zur zweit größten Saline Mexikos gehören und dem Ort ihren Namen geben. Wir können sogar ein paar Flamingos beobachten, die in den Salzbecken nach Futter suchen. Danach gehen wir noch zum Strand und müssen feststellen, dass es in Las Coloradas außer den pinken Salzbecken absolut nichts zu sehen gibt. Gemeinsam mit fünf anderen jungen Reisenden, mit denen wir auf der Fahrt ins Gespräch gekommen sind, sind wir offensichtlich die einzigen Touristen hier. Wir schließen uns zusammen und beraten uns wie wir diesen Ort wieder verlassen könnten, denn der nächste Bus fährt erst in vier Stunden. Zum Glück spricht einer von ihnen fließend Spanisch und wir finden schließlich einen Mexikaner, der uns für wenig Geld mit seinem Privatauto zurück nach Rio Lagartos fährt.

Rio Lagartos wirkt verlassen und etwas heruntergekommen, als wären die besten Zeiten des Tourismus hier bereits wieder vorbei, oder auch nie vorhanden gewesen. Wir verabschieden uns wieder von den anderen und spazieren entlang des Hafens nach Peten Mac, wo ein kurzer Boardwalk durch den Mangrovenwald führt und an einem Teich endet, an dessen Ufer doch tatsächlich ein Krokodil liegt.

Außer uns beiden ist lediglich ein deutsches Paar vor Ort, mit denen wir ins Gespräch kommen. Sie erklären uns, dass sie mit ihrem Mietauto unterwegs sind und nicht wissen, was sie als nächstes unternehmen könnten. Wir erklären, dass es noch einen weiteren Trail gibt, der allerdings nur mit dem Auto erreichbar ist. So kommt es, dass wir fünf Minuten später zu viert in ihrem Auto sitzen und uns gemeinsam auf die Suche nach dem Startpunkt der Wanderung machen. Als wir diesen finden, müssen wir allerdings feststellen, dass der Trail gesperrt ist und sie bringen uns wieder zurück nach Rio Lagartos.

Als wir aus dem Auto aussteigen, sehen wir wieder die fünf Leute aus Las Coloradas. Irene versucht die Gruppe einzuholen und läuft ein paar Meter vor, als Jonathan von einem Collectivofahrer gefragt wird, ob er nach Tizimin möchte – was für ein Zufall, denn das wollen wir tatsächlich! Wir rufen gleich die ganze Gruppe zusammen und steigen zu siebt ins Sammeltaxi. Ein riesiges Glück, denn der nächste Bus wäre erst in zwei bis drei Stunden gekommen und hätte genau so viel gekostet. Auf der Rückfahrt stellt sich heraus, dass wir mit einem der fünf sogar eine Nacht im gleichen Schlafsaal auf Isla Holbox übernachtet haben. Nach so einem Tag wie heute glaubt man nur noch schwer an Zufälle…

Nachdem wir die letzten drei Nächte zu unglaublich schöner Live Musik eingeschlafen sind, beschließen wir an unserem letzten Abend in Valladolid einen Blick ins Nachbarhaus zu werfen und finden das unglaublich tolle Lokal „Conato“. Zu langsamer mexikanischer Gitarrenmusik, einer ziemlich starken Margherita und einem unfassbar guten Burrito lassen wir den letzten Abend hier gemütlich ausklingen.

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  • 20.01.2018 – Cenote Palomitas und Aqua Dulce, Fahrt nach Merida

Bevor wir nach Merida fahren, wollen wir uns noch zwei nahe gelegene Zenoten ansehen. Darum gehen wir nach dem Check Out direkt zum Taxistand. Bereits an den Straßen erkennen wir, dass wir hier wohl etwas abseits der Touristenpfade unterwegs sind. Über teilweise Schotterpisten geht es zirka eine halbe Stunde durchs Gemüse, für mexikanische Verhältnisse müssen wir für Taxi und den Eintritt ganz schön viel bezahlen. Doch was uns anschließend erwartet, können wir selbst kaum glauben: Zwei traumhafte, unterirdische Zenoten voller Stalaktiten. Und das Beste ist, wir sind vollkommen alleine hier und kommen aus dem Staunen kaum heraus. Nur wir beide, die Zenoten und ein paar Fledermäuse. Auf jeder unserer bisherigen Reisen gibt es den Moment, an dem wir wissen, dass sich alle Strapazen lohnen. Und dieser Moment ist definitiv einer von ihnen.

Die Zenoten gleichen riesigen Tropfsteinhöhlen mit gewaltigen Stalaktiten, gefüllt mit Wasser in dem tiefsten Blau, das man sich nur vorstellen kann. Irene überlegt keine fünf Sekunden und stürzt sich natürlich sofort ins kühle Nass. Am Rücken schwimmend beobachtet sie das von den über ihr hängenden Stalaktiten tropfende Wasser, die umher fliegenden Fledermäuse und durch eine kleine Öffnung an der Decke der Zenote beobachtet sie die Bäume, die im Wind wehen. Es ist einer dieser unbezahlbaren Momente, in denen man weiß, warum man seinen Mut zusammen genommen hat, um die Jobs zu kündigen und zu reisen. Wir sind von diesem Moment so absolut überwältigt und so voller Freude, dass wir es gar nicht in Worte fassen können.

Wieder in Valladolid kaufen wir unsere Tickets nach Merida, der Hauptstadt von Yucatan. Die Fahrt geht mal wieder durch mehrere kleine Dörfer. Nachdem wir in unserer Unterkunft einchecken, wollen wir uns noch ein bisschen die Stadt ansehen. Wenn wir ganz ehrlich sind, müssen wir sagen, dass uns Merida auf den ersten Eindruck ein bisschen überfordert, vielleicht liegt es aber nur an der Lage unserer Unterkunft. Wir gehen zunächst durch den verrückten Mercado San Benito, vorbei am Plaza Eulogio Rosado bis zum Hauptplatz Plaza Grande und Parque de Santa Lucia. Wie immer auf der Suche nach etwas Essbarem, zieht es uns wieder zurück zum Plaza Eulogio Rosado, da hier einfach am meisten Streetfood-Stände sind. Leider ist hier allerdings das Publikum nicht das Beste. Bei einem Taco Stand schafft es ein betrunkener Mexikaner eine Schüssel voll scharfer Sauce über Jonathans Hose zu kippen, es sind viele Obdachlose auf den Straßen und die Sauberkeit im Park selbst lässt auch zu wünschen übrig. Aber dafür ist das Essen billig, wir kaufen uns Tacos, Tortas, Churros mit Schokoladensauce und Chicharron preparada – eine Art riesiger Cracker belegt mit Käse, Mais, Kohl, und scharfer Sauce.

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  • 21.01.2018 – Bioreservat Ria Celestun

Lange Reisen sind nicht immer leicht, das lehrt uns der heutige Tag wieder einmal. An unserem ersten Tag in Merida unternehmen wir einen Ausflug in das Bioreservat Celestun. Nach einer dreistündigen Bummelfahrt mit dem Bus erreichen wir den Küstenort. Uns wird sofort eine Tour durch das Reservat angeboten und nachdem das tatsächlich der Grund unseres Ausfluges ist, folgen wir dem Mann zum Strand wo kurz darauf unsere Bootstour in Begleitung von drei lieben Mädels aus Deutschland beginnt. Wir sehen hunderte Flamingos im prächtigsten Rosa und unser Guide entdeckt sogar drei Krokodile in den Mangroven, die normalerweise nur sehr selten anzutreffen sind.

Nach dem tollen Ausflug wieder im Ort angekommen, machen wir einen Spaziergang. Als wir um eine Häuserecke biegen um einen Blick auf die Mangrovenlandschaft zu werfen, kommen aus einem Haus plötzlich drei Hunde auf uns zu und bellen ziemlich aggressiv. Wir drehen sofort um, versuchen uns möglichst ruhig zu verhalten und gehen weg. Doch das reicht ihnen offensichtlich nicht und Irene wird von einem der Hunde gebissen. Zunächst im Schock gehen wir weiter und desinfizieren an der nächsten Häuserecke die blutende Wunde. Nach und nach machen wir uns darüber Gedanken, dass wir den Hund nicht kennen und Irene nicht gegen Tollwut geimpft ist. Am Heimweg zu unserer Unterkunft in Merida machen wir daher einen kurzen Zwischenstopp im öffentlichen Krankenhaus. Da Sonntag ist, haben keine privaten Krankenhäuser geöffnet. Diese Erfahrung ist ebenfalls ein Erlebnis für sich: Blutige Wände, maßlos überfüllte und verdreckte Gänge und kein einzig Englisch sprechender Mensch. Trotz unserer begrenzten Spanischkenntnisse gelingt es uns herauszufinden, dass es in diesem Krankenhaus keine Tollwutimpfung gibt und wir morgen in ein anderes Spital gehen sollen. Wir machen uns daher auf den Weg zu unserer Unterkunft, essen am Weg noch eine Kleinigkeit am Hauptplatz und verbringen die letzten Stunden des Tages damit unsere Reisekrankenversicherung zu kontaktieren.

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  • 22.01.2018 – Cenotes Cuzama, Cenote Tza-Ujun-Kat

Wir starten den heutigen Tag mit einem Besuch im nahegelegenen Gesundheitszentrum um Irenes Tollwutimpfung zu erhalten. Dieses Spital macht einen deutlich besseren Eindruck als das gestrige. Es wirkt zwar alles veraltet aber an sich gut organisiert, nur Kopierer scheint es im ganzen Spital keinen zu geben. Für zwei Kopien, die die Ärzte brauchen, muss Jonathan in den gegenüberliegenden „Copyshop“ gehen. Ein kleiner Laden, der neben dem Kopierer einen Kohlegrill stehen hat, auf dem gerade ein paar Schweinekotelettes zischen. Wir verlassen das Spital nach einer Stunde mit einer erledigten Tollwutimpfung sowie dem Impfplan: Innerhalb der nächsten Wochen benötigt Irene noch vier weitere Impfungen!

Wir wollen uns natürlich nicht von unserem weiteren Reiseplan abbringen lassen, gehen direkt zum Busterminal und nehmen den nächsten Bus zu den Zenoten Cuzama. In dem kleinen Ort angekommen bringt uns ein Motortaxi – eine Art umgedrehtes TukTuk, in dem bis zu vier Personen Platz finden – zum Startpunkt der Zenotentour. Diese lassen sich nämlich nur durch eine Rundfahrt auf einem kleinen Wagen besichtigen, der von einem Pferd über holprige Schienen gezogen wird. Der Karren ist aufgrund Irenes Pferdeallergie sicherlich nicht unser Lieblingstransportmittel, aber den Tieren scheint es hier zum Glück halbwegs gut zu gehen, Irene schluckt eine Allergietablette und nachdem unser „Kutscher“ den Wagen in die Schienen gehievt hat, geht die wilde Fahrt durchs Gebüsch los.

Die Schienen wirken sehr improvisiert zusammengestückelt und würden bestimmt keinem TÜV- Test standhalten. An manchen Stellen sind Schuhe oder Flip-Flops unter die Gleise gestopft um Unebenheiten auszugleichen, aber wir kommen gut voran. Anscheinend fahren wir zusätzlich noch durch ein Jagdgebiet, denn immer wieder kommen Gruppen von Mexikanern mit großen Gewehren und scharfen Hunden bewaffnet aus dem umliegenden Gebüsch. Unter Einfluss der Tollwutimpfung und der müde machenden Allergietablette, leidet Irene langsam unter leichtem Verfolgungswahn. Wir besichtigen die drei wunderschönen Zenoten, die nur über sehr steile und mindestens zehn Meter hohe, wackelige Holzleitern zugänglich sind. Nach gut zwei Stunden ist unsere Tour beendet, wir treffen wieder unseren Motortaxifahrer und lassen uns noch zur Zenote Tza-Ujun-Kat bringen. Nachdem wir auch diese besichtigt haben, essen wir im Ort Homum: Es gibt Pollo Asado und Poc Chuc zu einem unschlagbaren Preis. Nachdem wir uns satt gegessen haben, nehmen wir das nächste Collectivo nach Merida.

In Merida planen wir wann und vor allem wo Irene ihre nächsten Impfungen bekommen soll. Das ist kein leichtes Unterfangen, da wir ja bald nach Tulum und Belize weiterreisen wollen. Zuerst gehen wir noch einmal in das Gesundheitszentrum, in dem Irene geimpft wurde, fragen nach dem genauen Namen des Impfstoffs und ob sie uns ein gutes Spital in Tulum nennen können. Langsam bemerken wir die Schattenseiten des mexikanischen Gesundheitssystems: Die Krankenhäuser sind absolut nicht miteinander vernetzt, es gibt keine Möglichkeit zu telefonieren und das Personal kann uns auch keinerlei Auskunft geben. Darum gehen wir zur Touristeninfo und lassen uns Telefonnummern von Krankenhäusern in Tulum geben, die wir von einem Internet-Cafe ein paar Straßen weiter aus anrufen. Nach einer Stunde hin und her zwischen Touristeninfo und Internet-Kaffee finden wir schließlich heraus, dass nirgendwo in Tulum Tollwutimpfungen erhältlich sind sondern nur in Playa del Carmen.

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  • 23.01.2018 – Uxmal und die Märkte von Merida

Heute nehmen wir den Bus nach Uxmal, einer berühmten Mayastätte südlich von Merida. Wir sind bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Öffnungszeit dort und betreten tatsächlich als die ersten beiden Besucher des Tages das weitläufige Gelände. Dadurch wirkt das bekannteste Bauwerk, die Pyramide des Magiers, noch imposanter. Auch das restliche Areal gefällt uns sehr gut. Zufällig kommen wir mit einem anderen Besucher ins Gespräch, der, wie sich herausstellt, ein bekannter Fotograf für National Geographic ist. Er bittet uns ihm eine Email zu schreiben und folgt uns jetzt sogar auf Facebook, was für eine Ehre!

Nach unserem Besuch warten wir auf der Hauptstraße 45 Minuten auf einen Heimtransport. Ein leeres Collectivo nimmt uns für wenig Geld zur nächsten Stadt Muna mit. Dort wechseln wir nach einem kurzen Marktbesuch in ein zweites Collectivo Richtung Merida. Den restlichen Tag verbringen wir am Mercado San Benito und essen uns durch das gesamte Angebot. Der Markt ist groß, verschachtelt, unübersichtlich, dreckig und chaotisch. Aber all das ist uns egal auf unserer Suche nach einem authentischen kulinarischen Erlebnis. Wir teilen uns einen gemischten Fischteller mit Tomaten und frischen Kräutern, essen in einem anderen Teil des Marktes eine ziemlich fettige Gemüsesuppe mit Huhn – was wir am nächsten Tag noch bereuen sollten – und probieren auch noch ein paar Mehlspeisen vom Bäcker. An diesem Punkt beenden wir unsere in Anbetracht der Hygienestandards der Marktstände durchaus risikofreudige Erkundungstour und gehen mit vollen Bäuchen in unsere Unterkunft.

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  • 24.01.2018 – Fahrt nach Tulum

Um 4:30 läutet heute unser Wecker und wir beginnen unsere Rücksäcke zu packen. Wir verabschieden uns heute von Yucatan und geht es wieder zurück in den Bundesstaat Quintana Roo, genauer gesagt nach Tulum.

Schon in der Früh fühlt sich Irene sehr unwohl und beim Gedanken an die gestrige Hühnersuppe kommt ihr beinahe das Abendessen wieder hoch, auch Jonathan ekelt es ziemlich. Das hätten wir wohl lieber lassen sollen. Aber während sich Jonathan bald besser fühlt, leidet Irene unter zunehmender Schwäche und steigendem Fieber. Ob als Folge des Essens oder Nebenwirkung der Impfung lässt sich natürlich schwer sagen. So fühlt sich die sechsstündige Busfahrt für sie an wie eine Ewigkeit und am Ziel angekommen erwartet uns ein 20 minütiger Fußmarsch durch das schwüle, heiße Tulum.

In der Unterkunft angekommen müssen wir noch eine Zeit auf unser Zimmer warten. Inzwischen geht Jonathan noch einmal durch den Ort um in den zwei größten Krankenhäusern der Umgebung nach dem Tollwutimpfstoff zu fragen. Dieser scheint nun in einer Privatklinik für 180 US Dollar doch verfügbar zu sein. Irene, die immer weiter anfiebert, telefoniert noch einmal mit dem Arzt unserer Reiseversicherung, der uns erklärt, dass sie zusätzlich zu den fünf Impfungen auch eine Immunglobulintherapie bräuchte.

Nachdem wir gemeinsam unser Zimmer beziehen, geht Jonathan noch einmal in die Privatklinik um nach der Immunglobulintherapie zu fragen. Ihm wird erklärt, dass man die Medikamente zwar organisieren könnte, aber dass diese Entscheidung zuerst ein Spezialist treffen müsse, der erst morgen wieder in der Stadt sei. In der Zwischenzeit hat auch der fürsorgliche Hostelbetreiber angeboten im Krankenhaus in Playa del Carmen anzurufen. Dort findet sich eine Ärztin, die uns morgen mit der nächsten Tollwutimpfung und der Immunglobulintherapie, die sie noch bestellen muss, einen Hausbesuch abstatten würde. Dieses Angebot nehmen wir natürlich gerne an. Noch wissen wir nicht, dass die Ärztin absolut keine Ahnung von dem Medikament hat, das wir eigentlich bräuchten und wir deshalb am nächsten Tag nach Miami fliegen müssen…

Wie diese Geschichte weiter geht, könnt ihr hier nachlesen: