„Wie könnt ihr euch das leisten?“ – wie ein sparsamer Lebensstil uns das Reisen ermöglicht

Die am häufigsten an uns gestellte Frage lautet „Wie könnt ihr euch das leisten?“. Wir sind über diese Frage oft überrascht, denn die einzig richtige Antwort ist „Wir sind sparsam“. Wir sind weder Spitzenverdiener noch Großerben, sondern haben in den letzten Jahren lediglich einige Möglichkeiten erkannt um sowohl zu Hause als auch unterwegs Geld zu sparen. In diesem Beitrag wollen wir erklären, wie wir durch ökonomisches Verhalten unsere Reisekosten möglichst niedrig halten. Für uns hat Sparen nicht sehr viel mit Verzicht zu tun, es ist einfach eine Art puristischer Lebensstil.

GELD SPAREN AUF REISEN

Langsames Reisen

Dass langsames Reisen am meisten Geld spart, ist uns auch noch nicht so lange bewusst. Allerdings sprechen die Vorteile deutlich für sich, hier ein einfaches Rechenbeispiel: Bleibt man in einer Stadt 5 Nächte anstatt nur 3, sinken die durchschnittlichen Tagesausgaben und man gibt im Endeffekt weniger Geld pro Tag aus, denn:

  • man kann langsamere und somit billigere Transportmöglichkeiten wahrnehmen.
  • man bekommt durch mehrere Nächte an einem Ort häufiger Preisermäßigungen.
  • man hat die Möglichkeit Ausflüge auf eigene Faust zu unternehmen und spart sich somit wahnsinnig viel Geld durch das Vermeiden teurer Touren.

Transport

Bei Flügen kann man einiges an Geld sparen, das ist klar. Wahnsinnig viele Tricks kennen wir zwar nicht, aber trotzdem wollen wir den Ablauf unserer Flugbuchung kurz erklären.

  • Haben wir erst einmal beschlossen, wo unsere nächste Reise hin gehen soll, machen wir uns auf die Suche nach den Einzelflügen auf diversen Preisvergleichsseiten.
  • Dabei surfen wir im „privaten Modus“, denn die Buchungsseiten merken sich angeblich IP-Adressen und können anschließend an den Kunden angepasste Angebote erhöhen.
  • Haben wir günstige Einzelflüge gefunden, geben wir alle Daten in einer gemeinsamen Buchung an. Wir setzen immer das Häkchen „flexible Reisedaten“ um ein noch ein besseres Angebot zu erhalten.
  • Die billigsten Flugpreise erhält man angeblich bei einer Buchung zwischen 6 und 9 Monaten vor Antritt der Reise.
  • Wenn nicht unbedingt notwendig, vermeiden wir Gabelflüge.
  • Wir hatten immer gute Erfolge mit Buchungen an einem Dienstag oder Mittwoch. An diesen Tagen setzen nämlich die meisten Fluggesellschaften neue Preise fest und es sind auch die besten Tage um den Flug anzutreten.
  • Im Allgemeinen gilt es noch zu sagen, dass wir auch gerne längere Aufenthalte, unangenehme Abflugszeiten bzw. zusätzliche Stopps in Kauf nehmen um Geld zu sparen – geschlafen haben wir zum Beispiel schon in den Wartehallen der Flughäfen in Miami und Madrid.
  • Bei vielen Flügen kann man ein günstigeres Ticket erhalten, wenn man ausschließlich mit Handgepäck reist, einen ausführlichen Beitrag zu dem Thema haben wir bereits HIER verfasst.

Bei längeren Distanzen zwischen größeren Städten greifen wir ausnahmslos auf öffentliche Verkehrsmittel wie Züge oder Busse zurück. Hier in Mexiko sparen wir noch einmal zusätzlich, indem wir Bustickets der 2. Klasse bzw. eines billigeren Busunternehmens buchen – damit nehmen wir zwar längere Fahrten in Kauf, sparen uns aber häufig auch die Hälfte des Preises.

Bei kleineren Distanzen in den nächsten Ort benutzen wir vorzugsweise sogenannte „Collectivos“ (=Sammeltaxis), TukTuks und in ganz seltenen Fällen auch Taxis. Hierbei bestimmt der Fahrer den Preis, der aber für Touristen meist überteuert ist. In diesem Fall ist eine gute Verhandlungstaktik von großem Vorteil. Mittlerweile wissen wir ganz gut Bescheid, welche Art von Transporten in welchen Ländern wie viel wert sind und versuchen den Preis immer möglichst weit runter zu feilschen ohne den Fahrer zu beleidigen. Ein kleiner Tipp: Man kann sich bei Touristeninformationen oder in der Unterkunft nach dem üblichen Preis solcher Transporte für Einheimische erkundigen um bereits im Vorhinein eine ungefähre Vorstellung und Basis für das Verhandlungsgespräch zu haben. Ein Auto oder Collectivo hat in Mexiko oft einen Preis pro Fahrt unabhängig davon wie viele Personen sich die Rechnung teilen. Wenn wir also noch zwei andere Personen finden, die zufällig zum gleichen Ziel wollen, kostet uns die Fahrt lediglich die Hälfte. Hier kommt allerdings wieder die Zeit ins Spiel, denn oftmals bedeutet das eine Stunde Wartezeit.

Innerhalb der Städte sind unsere Beine unser liebstes Fortbewegungsmittel – in Kuala Lumpur, Singapur, La Paz, Bangkok oder Granada sind wir teilweise 25 Kilometer am Tag zu Fuß gegangen. Die Strecken, die wir nicht gehen können, legen wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück. Manchmal hat man auch Glück und die Unterkünfte bieten kostenfreie oder günstige Fahrräder zur Vermietung an, das ist aber seltener der Fall.

Das Mietauto gehört nicht gerade zu den billigsten Fortbewegungsmitteln, war aber für unsere Campingreisen durch Neuseeland und Kanada unerlässlich. Wir buchen immer das kleinste, billigste Auto, das wir finden können. Dafür wurden wir in Kanada zwar recht häufig für unseren kleinen Flitzer belächelt, wir nehmen so etwas aber immer mit Humor. Der Vorteil an einem eigenen Auto liegt ganz klar auf der Hand: Man kann unabhängig von anderen Menschen oder Touren jeden beliebigen Punkt jederzeit erreichen, allerdings sollte man mit seiner Versicherung im Vorhinein abklären, ob man alle Straßen des jeweiligen Reiseziels befahren darf. Ganz wichtig beim Mieten von Mopeds bzw. Rollern in anderen Ländern ist: Nur weil man im Heimatland eine Berechtigung zum Lenken eines Mopeds hat, gilt das noch lange nicht für das bereiste Land. Zusätzlich und sehr wichtig ist ebenfalls: Nur, weil einem der Vermieter im Ausland ein Motorrad zur Verfügung stellt, heißt das noch lange nicht, dass das Fahren mit jenem auch erlaubt ist. Wenn man diese Punkte nicht beachtet, kann es sein, dass im Falle eines Unfalles die Haftpflichtversicherung und möglicherweise auch die Krankenversicherung abspringt.

Hie und da ist es uns auch passiert, dass wir durch Zufall mit Leuten ins Gespräch gekommen sind und diese angeboten haben uns in ihrem Auto mitzunehmen. Eine weitere Möglichkeit ist das Fahren per Anhalter. Dabei sollte man aber die Rechtslage des jeweiligen Landes kennen und sich des Sicherheitsrisikos bewusst sein.

An all diesen Fortbewegungsmitteln gefällt uns am besten, dass wir viel mit Einheimischen in Kontakt sind und das tägliche Leben bzw. den Alltag der Bevölkerung besser miterleben können.

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Die sogenannten „chicken busses“ bilden in Belize das öffentliche Haupttransportmittel, welche ehemalige und umgebaute amerikanische Schulbusse sind. Für eine Stunde Fahrt zahlt man hier umgerechnet zirka € 1.50 und begegnet relativ selten anderen Touristen.

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In Belize ist es aufgrund des spärlichen Busnetzes durchaus üblich per Anhalter zu fahren. Hier hat uns ein nettes einheimisches Ehepaar mitgenommen, wir mussten zwischendurch nur kurz bei einem Supermarkt anhalten, weil sie noch ein Huhn fürs Abendessen kaufen wollten.
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Für umgerechnet zirka € 10 konnten wir uns in Hopkins, Belize, für einen ganzen Tag zwei Fahrräder ausleihen um damit nach Cockscomb zum Wandern zu fahren. Das ist nur ein Bruchteil dessen, was wir für eine Tour oder einen privaten Transport gezahlt hätten und wir waren zusätzlich absolut flexibel.

Essen

Gutes Essen ist ganz unerlässlich für eine gelungene Reise, dennoch gibt es hier großes Einsparpotenzial.

  • Wir meiden grundsätzlich überteuerte Restaurants, besonders am Abend. Ganz selten besuchen wir richtige Lokale, sind uns danach aber meistens einig, dass wir das Essen auf eine andere Art authentischer und billiger hätten haben können.

  • Wir sind große Freunde von Streetfood. Es schmeckt meistens hervorragend, ist günstig, leicht verfügbar und authentisch. Die beste Möglichkeit um eine andere Kultur kennen zu lernen ist dort zu essen, wo Einheimische essen. Ein wichtiger Tipp von uns ist stets Stände zu besuchen, die auch regelmäßig frequentiert sind, denn viel Andrang bedeutet frisches und vor allem sicheres Essen. Leider sind wir bei diesem Punkt oft selbst nicht sehr gewissenhaft und hatten bisher schon Lebensmittelvergiftungen in Peru, Indien, Thailand, Mexiko und Laos.
  • Eine Küche in der Unterkunft und lokale Märkte sind eine tolle Gelegenheit um den Geldbeutel zwischenzeitlich zu entlasten und trotzdem authentische Geschmäcker zu kreieren. Man sollte sich einfach mal trauen unbekanntes Obst und Gemüse zu kaufen und versuchen selbst zu verarbeiten. Dabei sind lokale und regionale Lebensmittel oft die besten: Flugmangos in Thailand, Ananas in Guatemala, Avocados in Peru – wer einmal exotische Lebensmittel in den Ländern gegessen hat, aus denen sie tatsächlich stammen, wird sich schwer tun zu Hause den dreifachen Preis für deutlich schlechtere Qualität zu bezahlen.
  • Für Wanderungen nehmen wir uns oft Obst oder selbst gemischtes Müsli mit.
  • Über Getränke können wir nicht wirklich viel sagen, da wir ausschließlich Wasser trinken, lediglich Jonathan probiert in jedem neuen Land die lokale Biersorte. Um Geld für abgepacktes Wasser zu sparen, benutzen wir seit dieser Reise einen UV – Wasserfilter, mit dem es uns möglich ist Leitungswasser zu trinken. Dies spart auf lange Sicht Geld und Unmengen an Plastikmüll.

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Der Geschmack und die Preise der Streetfoodstände in Cancun sind einfach unschlagbar. Für diese beiden Teller voller Köstlichkeiten haben wir umgerechnet lediglich € 2 bezahlt.
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Lokale, günstige und selbst gemachte Küche ist in Mexiko gar kein Problem. Für umgerechnet zirka € 3 haben wir uns an diesem Abend in Tulum Tacos aus frischen Maistortillas mit Reis, Guacamole, schwarzem Bohnenmus und gebratenem Gemüse gemacht.
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Unsere Wanderverpflegung ist meistens ein bisschen kläglich, für den Tag im Cockscomb Basin Wildlife Sanctuary hatten wir lediglich 2 Orangen mit und waren ordentlich hungrig. Dafür haben wir dann am Abend eine große Portion gekocht.

Unterkünfte

Jeder Reisende muss wissen, was er sich von einer Unterkunft erwartet. Manche Menschen möchten am liebsten alle 3 Mahlzeiten im Hotel, den Vormittag am Pool und den Nachmittag am hoteleigenen Strand verbringen. Diese Wünsche sind durchaus nachvollziehbar. Wir persönlich sehen eine Unterkunft lediglich als eine Möglichkeit zur Übernachtung bzw. als Ausgangspunkt für unsere Tagestouren, daher legen wir auf Luxus und Komfort nicht viel Wert. Es wäre ja auch schade viel Geld für eine Saunalandschaft zu bezahlen, die man ohnehin nicht benutzt. Wichtig ist es rechtzeitig zu buchen und Preise zu vergleichen. Die folgenden Tipps gelten nicht für unsere Campingreisen, dazu werden wir hoffentlich bald einen eigenen Beitrag verfassen. Unsere Unterkünfte müssen einige Kriterien erfüllen.

  • Sie müssen über eine gute Lage bzw. eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel verfügen.

  • Um die weitere Reise und Tagesausflüge planen zu können, wäre eine Internetverbindung nicht schlecht.

  • Eine Küche wäre aus oben genannten Gründen optimal. Während unserer 12 wöchigen Reise durch Südamerika haben wir aufgrund der teuren Essensmöglichkeiten immer in der Unterkunft gekocht, dafür gab es jeden Tag die beste Guacamole.
  • Am liebsten übernachten wir in Hostels oder kleinen Gasthäusern in einem Doppelzimmer mit Gemeinschaftsbad und Gemeinschaftsküche. Wenn die Gegend sehr teuer ist, weichen wir auch manchmal auf Schlafsäle aus.
  • Wir bleiben gerne flexibel, daher buchen wir nur Unterkünfte, die auch kostenfrei stornierbar sind. So können wir in Notfällen oder bei unvorhergesehenen Ereignissen immer stornieren und bleiben auf keinen Kosten sitzen.
  • Da wir unangenehme Überraschungen oder endlose Suchaktionen in fremden Städten nicht sehr spannend finden, buchen wir unsere Unterkünfte ausnahmslos im Vorhinein. Wir haben schon oft erlebt, dass Orte restlos ausgebucht waren und spontane Rucksacktouristen auf sehr teure Hotels ausweichen mussten, weil keine andere Unterkunft mehr verfügbar war.

  • Wir buchen unsere Unterkünfte stets im Internet und nehmen zum größten Teil die günstigste verfügbare Möglichkeit, die unsere Kriterien erfüllt.
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Unsere Unterkünfte sind meistens recht simpel. Umgerechnet zirka € 5.50 haben wir pro Person pro Nacht für dieses Zimmer mit Gemeinschaftsbad in Valladolid, Mexiko, bezahlt, das Frühstück war sogar inklusive! Über die Hängematte im Zimmer haben wir uns besonders gefreut.

Aktivitäten

Aktivitäten haben schlicht und einfach das meiste Einsparpotenzial, sind aber aus unserer persönlichen Sicht der einzige Punkt, an dem wir gerne mal tiefer in die Tasche greifen. Bestimmte Aktivitäten sind zumindest für uns oft ausschlaggebend, weshalb wir gewisse Reisen überhaupt erst antreten und deshalb fänden wir es schade diese aus Kostengründen nicht zu unternehmen. Ausflüge sind also stets ein wichtiger Teil unseres Reisebudgets.

  • Grundsätzlich vermeiden wir Gruppentouren und versuchen so viele Aktivitäten wie möglich auf eigene Faust zu machen. Auch hier gilt, dass langsames Reisen viel Geld spart, denn mehr Zeit bedeutet weniger Stress.

  • Dennoch sind Gruppenreisen in manchen Fällen einfach notwendig, wenn man bestimmte Orte ohne große Probleme effizient besuchen möchte.

  • Auch bei Touren gilt der erste angebotene Preis meist als Ausgangsbasis, etwas Verhandlungsgeschick ist hier hilfreich.
  • Wenn wir mehrere Touren buchen, tun wir das meistens über den gleichen Anbieter. So kann man gegebenenfalls einen Preisnachlass erhalten.
  • In mittlerweile fast allen großen Städten gibt es kostenfreie Walkingtouren, falls man kein oder nur wenig Geld ausgeben möchte. Dabei zeigen Einheimische einem die Stadt aus einer oft anderen und weniger touristischen Perspektive.
  • Wir nutzen gerne Kombinationsangebote, indem wir zum Beispiel 2 Tempel besuchen und für den 2. nur die Hälfte bezahlen müssen.
  • Diese Zeit ist für uns zwar bereits vorbei, aber früher haben wir hie und da Ermäßigungen mit unserem internationalen Studentenausweis bekommen.

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Unsere Kakaotour durch die Plantagen und die anschließende Verkostungszeremonie des traditionellen Mayagetränks war sein Geld absolut wert. Während einer kleinen Pause mit frischen Kokosnüssen und Bananen setzte sich ein 77 jähriger Plantagenarbeiter zu uns und erzählte uns über seine harte Jugend als Kautschuksammler. Diese Momente vergisst man nie.

Allgemeines

  • Wir geben kein Geld für ausländische Sim-Karten aus und sehen zu, dass wir lediglich das kostenfreie Internet in den Unterkünften nutzen. Mit diversen Handyapps ist es heutzutage ohnehin kein Problem Kontakt mit Familie und Freunden zu halten. Im Notfall gibt es auch noch Callcenter, die immer noch billiger sind als ein gebundener Vertrag. In Mexiko haben wir für die Organisation von Irenes Tollwutimpfungen lediglich 50 Cent für Ferngespräche mit Krankenhäusern ausgegeben.

  • Wir versuchen „Luxusausgaben“ zu vermeiden. Das bedeutet kein Shopping, kein Sonnenschirm oder Liegen am Strand, keine Massagen, keine Cocktails und kein Wäscheservice, wir waschen unsere Wäsche stets selbst per Hand.

  • Die Wahl der Reisezeit kann erheblichen Einfluss auf das Budget haben, daher verreisen wir am liebsten in der sogenannten „shoulder season“. Das Wetter ist zu dieser Zeit ähnlich wie in der Hauptsaison, die Preise gleichen aber eher denen der Nebensaison und große Touristenströme bleiben aus.

  • Und zu guter Letzt ist die Wahl des Reiseziels wohl die allerwichtigste. Asien ist im Allgemeinen billiger als Zentralamerika, Zentralamerika ist billiger als Südamerika, Südamerika ist billiger als westliche Länder. Die günstigsten Länder, die wir bisher bereist haben, waren Laos, Ecuador, Indien, Kambodscha, Malaysien, Indonesien, Bolivien und Mexiko. Die teuersten Länder waren zum Beispiel Schweden, Singapur, Neuseeland und Chile.

GELD SPAREN ZU HAUSE

Dass man in der Heimat durch den Verzicht auf bestimmte Luxusgüter und Aktivitäten Geld sparen kann, ist höchstwahrscheinlich jedem bewusst. Was vielen allerdings nicht klar ist, ist die Menge an Geld, die oft für Bequemlichkeiten zu Hause ausgegeben wird. Hier folgen lediglich ein paar Punkte, welche wir uns in Wien zu Herzen nehmen.

  • Wir bevorzugen gemeinsames Kochen, Spieleabende und Spaziergänge statt regelmäßige Besuche in Restaurants, Kinos oder teuren Bars um unsere Freunde zu treffen.
  • Wir verzichten auf Netlix und Kabelfernsehen.
  • Wir haben alle Mitgliedschaften wie Fitnesscenter schon vor langem gekündigt. Stattdessen gehen wir gerne wandern, Rad fahren, laufen, schwimmen oder machen Yoga.
  • Wir geben so wenig Geld wie möglich für Kleidung, Frisörbesuche und Unterhaltung aus beziehungsweise beschränken wir unser Konsumverhalten auf das Notwendigste.
  • Wir benützen ausschließlich die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Fahrrad, besitzen kein Auto und fahren auch nicht mit dem Taxi beziehungsweise Uber.
  • Wir sind beide Nichtraucher.
  • Unsere Miete und andere Fixkosten halten wir durch eine kleine Wohnung und sparsamen Umgang mit Heizung und Wasser niedrig.
  • Wir geben kein Geld für gegenseitige Geburtstags-, Jahrestags-, oder Weihnachtsgeschenke aus.
  • Wir kochen unser Essen immer selbst, besuchen sehr selten Restaurants und lassen unsere Essen so gut wie nie liefern. In der heutigen Zeit finden wir es auch noch ganz wichtig zu erwähnen: Chiasamen, Matchapulver und Gojibeeren sind nicht notwendig um sich abwechslungsreich und gesund zu ernähren. Die gute alte Kartoffel, Karotten und Leinsamen tun es auch. Damit wollen wir allerdings niemandem zu nahe treten, dem diese Dinge wichtig sind und gerne Geld dafür ausgibt, wir wollen nur klar machen, dass Kochen mit regionalen und saisonalen Zutaten einfach die günstigste Art ist sich zu verköstigen. Simples Essen muss keineswegs langweilig sein.

Oft sind es viele Kleinigkeiten, die einen großen Unterschied machen. Welche Punkte bei verschiedenen Personen wie viel Einsparpotenzial bringen und auf welche Dinge man bereit ist zu verzichten, hängt von jedem persönlich ab. Wir hoffen, wir konnten zeigen, dass man kein Vermögen besitzen muss, um für längere Zeit zu verreisen. Außerdem möchten wir betonen, dass jeder Mensch das Recht hat mit seinem Geld das zu tun, was er möchte. Niemand hat das Recht jemand anderen aus diesem Grund zu verurteilen, sei es eine neue Handtasche, ein neues Auto, ein Restaurantbesuch oder eben eine Reise. Auch sind wir uns dessen bewusst, dass wir privilegiert sind unsere Ersparnisse für Reisen ausgeben zu können.

Ganz liebe Grüße aus Flores in Guatemala!