Reisetagebuch Israel Tag 6 – Jerusalem Altstadt

  • 07.05.2018 – Jerusalem Altstadt: Grabeskirche, Damaskus Gate, Klagemauer, Hurva Synagoge, Christliches, Muslimisches, Jüdisches und Armenisches Viertel

An unserem ersten ganzen Tag in Jerusalem stürzen wir uns – diesmal leider ohne Frühstück im Bauch – durch das berühmte Jaffator in die ringsum von einer mächtigen Mauer umgebene Altstadt. Zunächst nehmen wir uns das Christliche Viertel vor und erkunden sofort das Gassengewirr. Vor einem Kloster sehen wir eine Gruppe von etwa 20 Mönchen, die begleitet von traditionell gekleideten Wachen und einer Gruppe von Polizisten gerade das Kloster verlassen, ein spannender Anblick. Außerdem wären wir sonst vermutlich nicht auf Idee gekommen in das Innere des Klosters zu gehen, in dem wir im ersten Stock eine wunderschöne Kirche entdecken. An einer Tafel erkennen wir, dass es ein Franziskanerkloster ist.

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Wir gehen weiter durch das Christliche Viertel und zu dessen Höhepunkt: der Grabeskirche. Die Kirche ist riesig und wirkt chaotisch zusammengewürfelt. Jede christliche Ausrichtung (katholisch, orthodox, syrisch, armenisch, etc.) hat ihre eigenen Bereiche, Altäre und Kapellen. Neben vielen anderen Reliquien befindet sich in der Mitte der Kirche Jesus Grabeskammer, für die wir uns in einer eigenen Warteschlange anstellen müssen. In einem anderen Bereich finden wir die Mönche wieder, die wir zuvor auf der Straße gesehen haben, und hier anscheinend eine Messe abhalten. Die Kirche ist überwältigend, in manchen Bereichen unfassbar prunkvoll und die Kombination der verschiedenen Ausrichtungen des Christentums, die sich hier eine gemeinsame Riesenkirche teilen, ist in dieser Form absolut einzigartig! Nach dieser tollen Erfahrung meldet sich bei uns langsam der Hunger und wir kaufen uns an einem Straßenstand einen riesigen Falafel.

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Wir durchqueren das christliche Viertel und erreichen anschließend das muslimische Viertel, das uns sofort an die Souks von Marrakesch erinnert: In den vielen kleinen Geschäften werden Lampen, Keramik, Tees und Gewürze verkauft, die das ganze Viertel in einen unverwechselbaren Duft einhüllen. Obwohl wir noch nicht sehr viel Zeit in arabischen und orientalischen Ländern verbracht haben, fühlen wir uns hier wie immer sofort sehr wohl und fast schon heimisch. Wir verlassen die Altstadt durch das imposante Damaskustor, kaufen ein paar Lebensmittel und durchqueren noch einmal die Altstadt auf dem Weg zu unserem Hostel. Kaum in der Unterkunft angekommen beginnt es zu regnen und wir machen unser Mittagessen: Sesambrot mit Hummus und Salat.

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Nachdem wir unser Essen beendet haben und der Himmel wieder blau ist, gehen wir wieder zurück in die Altstadt. Diesmal zieht es uns ins jüdische Viertel und wir stoßen dabei fast zufällig an einen tollen Aussichtspunkt mit Blick auf die berühmte Klagemauer und die schimmernde Goldkuppel des dahinterliegenden Felsendoms. Anschließend gehen wir durch einen Security Checkpoint zur Klagemauer selbst, beobachten das Treiben und gehen schließlich auch an die Mauer um einen Zettel mit unseren Wünschen zwischen die Felsen zu stecken. Dabei müssen wir uns kurz voneinander trennen, denn der weibliche und männliche Sektor sind hier streng getrennt.

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Wir verlassen die Klagemauer und gehen weiter durch das jüdische Viertel in die Hurva Synagoge. Das Innere der Synagoge erinnert an eine Uni-Bibliothek, wo streng gläubige Juden in ihrer traditionellen Kleidung die heiligen Schriften studieren und beten. Der einzige Unterschied zu einer Bibliothek ist, dass hier auch gegessen, getrunken und sogar geraucht wird. Eine unerwartet lockere und fast schon ausgelassene Athmosphäre im Gotteshaus der sonst so streng wirkenden orthodoxen Juden. Wir gehen noch weiter auf das Dach der Synagoge und genießen den Ausblick über die Dächer Jerusalems.

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Nachdem wir noch ein paar andere Gässchen im jüdischen Viertel erkunden, ziehen wir weiter in das armenische Viertel. Dieses Viertel scheint weniger auf Tourismus eingestellt zu sein, nur eine Kirche hat hier für eine halbe Stunde am Tag für Besucher geöffnet. Also gehen wir nur durch die leeren Straßen, welche weder Geschäfte oder andere Attraktionen bereit halten. Bei einem netten armenischen Lokal würden wir uns gerne eine Kleinigkeit zu essen nehmen, allerdings besteht der Besitzer auf eine Mindestkonsumation von umgerechnet zirka 15 Euro. Da uns das leider zu viel Geld ist, gehen wir wieder, das armenische Viertel kommt bei uns auch in punkto Gastfreundschaft leider nicht sehr gut an. Als wir die Altstadt wieder über das Jaffator verlassen, gönnen wir uns noch eine der Bäckereien, die hier überall verkauft werden – eine Art Striezel mit Datteln, die allerdings etwas trocken ist. Weil es gestern so unfassbar gut geschmeckt hat, holen wir uns vom Markt noch etwas Baklava und Rugelach – das sind aber auch kleine Teufelsdinger –  und verbringen einen entspannenden Abend im Hostel. Was für ein Tag! Jerusalem ist einfach ein Zusammenspiel so verschiedener Kulturen auf engstem Raum, wir können gar nicht erwarten morgen mehr von dieser faszinierenden Stadt kennen zu lernen.

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