Reisetagebuch Israel Tag 7 – Jerusalem: Tempelberg, Ölberg, Zionsberg, Nachalot

Di, 08.05.2018 – Jerusalem: Tempelberg, Ölberg, Zionsberg, Nachalot

Die heutige Erkundungstour durch das faszinierende Jerusalem starten wir wieder in der Altstadt, denn hier gibt es noch Einiges zu sehen. Wir gehen diesmal über die moderne Einkaufsstraße Mamilla Mall zum Jaffator und durchqueren die gesamte Altstadt. Zwei Sicherheitskontrollen später gehen wir auf einer Holzbrücke über die Klagemauer zum Tempelberg. Irene bekommt trotz langer Hose und lockerem T-Shirt noch ein angemesseneres Outfit verpasst und wir erkunden das Areal. Zuerst kommen wir an der Al Aqsa Moschee vorbei, welche ausschließlich für Muslime zugängig ist. Schon als sich Irene der Moschee nur nähert um ein Foto von einem Torbogen zu machen, ruft uns ein Sittenwächter zu, dass wir nicht näher kommen dürfen. Das ist auch nicht weiter tragisch, wir wollen ja in erster Linie zum Felsendom, den wir auch nach wenigen Schritten erreichen. Die feinen und detaillierten Mosaike in den kräftigsten Blautönen ergeben gemeinsam mit der mächtigen Goldkuppel, die im Sonnenlicht erstrahlt, einen Anblick, an dem wir uns so schnell nicht satt sehen können.

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Wir verlassen den Tempelberg wieder über einen anderen Ausgang und gehen durch das muslimische Viertel zum Löwentor. Durch dieses verlassen wir die Altstadt und beginnen den Aufstieg zum Ölberg. Der Besucherandrang hier ist enorm und fällt deutlich mehr auf als am Tempelberg. Insbesondere große Gruppen mit asiatischen und russischen Touristen verstopfen die Straßen. Am Fuße der Ölbergs besuchen wir das russisch-orthodoxe Mariengrab, steigen dann weiter hinauf und besuchen die ebenfalls russisch-orthodoxe Kirche Maria Magalena mit ihren prachtvollen goldenen Zwiebeltürmen. Einige Meter weiter kommen wir zur Dominus Flevit Kirche, von der wir einen tollen Ausblick auf den Tempelberg und die Altstadt Jerusalems genießen. Von hier aus wandern wir den Ölberg noch etwas weiter hinauf entlang des jüdischen Friedhofs, der den Großteil des Hügels einnimmt, bis wir schließlich zu einem weiteren Aussichtspunkt auf die Altstadt kommen.

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Von hier aus steigen wir den Ölberg wieder hinab, durchqueren das blühende Kidrontal und folgen der mächtigen Stadtmauer, bis wir schließlich den Zionsberg erreichen. Hier besuchen wir den Saal des letzten Abendmahls, der zwischenzeitlich in eine Moschee umgewidmet wurde, das ernüchternd spartanische Grab des König David und stehen heute zum zweiten Mal am Grab der Jungfrau Maria – je nachdem welche Erzählung man für richtig erachtet – dieses mal in der Krypta der protestantischen Dormitio-Abtei. Wie heißt es so schön: Jerusalem ist eine Stadt des Glaubens, nicht der Wissenschaft.

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Nach dieser ausgedehnten Wanderung über Tempel-, Öl- und Zionsberg knurren unsere Mägen, also gehen wir durch das Zionstor und das armenische Viertel zurück ins Downtown Triangle, wo wir in einem Lokal zwei typisch jemenitische Gerichte probieren: Das flache Malawach und das gerollte Jachnun sind gebratene Brote aus vielen dünnen Teigschichten, die mit passierten Tomaten, hartgekochtem Ei und Zhug, einer würzigen Sauce, serviert werden. Beides ist zwar nicht unbedingt eine Geschmacksexplosion aber auf jeden Fall lecker! Das Jachnun erinnert geschmacklich etwas an Pumpernickel.

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Noch immer etwas hungrig holen wir uns in einem Supermarkt Pitabrot, Baba Ganoush – einen Aufstrich aus pürierten Melanzani – mit etwas Gemüse und essen im Hostel noch einen zweiten Gang. Später genehmigen wir uns sogar noch eine großzügige Nachspeise, weil es einfach zu köstlich schmeckt: Etwas Rugelach und andere Spezialitäten von der Bäckerei Marzipan. Es ist wirklich gut, dass wir jeden Tag so viele Kilometer zu Fuß gehen. Am Nachmittag spielen wir Gesellschaftsspiele und entspannen ein wenig in der Unterkunft.

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Am späteren Nachmittag gehen wir noch durch die kleinen Gässchen des Stadtviertels Nachalot nahe unserer Unterkunft und durch den Mahane Yehuda Markt. Dann kommen wir ziemlich erschöpft in unser Hostel, waschen Wäsche und verbringen einen entspannten Abend, denn morgen steht ein weiterer Tag voller Besichtigungen im unfassbar reichhaltigen Jerusalem am Programm.

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