Highlights 2018 – unsere 10 schönsten Momente des letzten Jahres

Auf Instagram haben wir euch gefragt ob ihr euch zum Jahresrückblick eher unsere zehn schönsten oder schlimmsten Momente des letzten Jahres als Blogbeitrag wünscht und gewonnen haben ganz klar die schönsten. Wenn wir ehrlich sein müssen, ist es absolut unmöglich 365 Tage auf lediglich zehn Highlights zu beschränken, aber wir haben es versucht. Trommelwirbel bitte, denn hier kommen sie, unsere schönsten Momente des Jahres 2018, die wir übrigens zeitlich und nicht nach unserer Präferenz geordnet haben.

  • Schwimmen in der schönsten Zenote Mexikos

Zu anstrengend und teuer ist den meisten Touristen die Anfahrt zur Zenote Palomitas, daher müssen wir uns zu zweit ein Taxi leisten. Entlang noch nicht einmal asphaltierter Schotterstraßen geht es zwei Stunden lang über Stock und Stein, am ausgestorbenen Empfang sitzen lediglich zwei alte Mexikaner. Wir gehen die Stiegen zum Eingang der Zenote hinab, treten gebückt durch die kleine Öffnung im Fels und stehen plötzlich in einer dunklen Höhle. Vor uns liegt ein glasklarer Süßwassersee im tiefsten Blau umrundet von kaltem Stein und spitzen Stalaktiten, die von der Höhlendecke hängen. Es ist noch früher Vormittag und wir sind absolut alleine. Irene überlegt nicht lange, zieht sich sofort aus, ihren Bikini an und springt hinein. Das Wasser ist eiskalt, sie schwimmt aber trotzdem zur Zenotenmitte, legt sich auf den Rücken und blickt durch das winzige Loch in der Decke der Höhle, durch das ein großer Baum sichtbar ist und ein wenig Tageslicht dringt. Die einzigen Geräusche um uns herum sind das Vogelgezwitscher von außerhalb, die flatternden Fledermäuse über unseren Köpfen und Wassertropfen, die von den schweren Stalaktiten in die Tiefe fallen – purer Gänsehautmoment!

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  • Flug über das zweit größte Korallenriff der Welt in Belize

Aufgrund des Preises überlegen wir lange, ob wir uns den Panoramaflug über das Belize Barrier Reef leisten sollen, doch schlussendlich geben wir uns einen Ruck. Gemeinsam mit zwei Chinesinnen und dem Piloten zwängen wir uns in ein klitzekleines Propellerflugzeug mit fünf Sitzen und fliegen zunächst entlang des Korallenriffs, wobei unsere beiden Mitstreiterinnen bei jeder kleinen Turbulenz in hysterisches Gekreische verfallen. Schließlich kommen wir beim Highlight, dem Blue Hole, an. Alles um uns herum wird plötzlich ganz leise, nicht einmal den sonst ohrenbetäubenden Lärm der Rotorblätter nehmen wir noch wahr und fokussieren uns ganz auf den sagenhaften Anblick, der unter uns liegt. An diesem beeindruckenden Korallenriff, durch das wir am Tag zuvor noch mit Haien geschnorchelt sind, starren wir jetzt auf jenes berühmte, tiefblaue Loch umgeben von türkisem Wasser und sind verdammt froh wieder einmal etwas mehr Geld ausgegeben zu haben als geplant.

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  • Wanderung zu einem Feuer speienden Vulkan in Guatemala

Wie viele Vulkane wir während dieser Reise bestiegen haben, können wir selbst kaum glauben, doch trotzdem fällt es uns nicht schwer die mit Abstand atemberaubendste Wanderung zu nennen. Der Vulkan Fuego ist ein höchst aktiver Vulkan, der alle zehn bis fünfzehn Minuten Feuer und Geröll ausspuckt, im Juni 2018 war er aufgrund seines großen Ausbruchs gefolgt von etlichen Todesopfern in allen Medien. Um den Vulkan Fuego zu sehen muss man eine achtstündige Wanderung auf den Vulkan Acatenango absolvieren, auf dessen Spitze man in Zelten übernachtet um in der Dunkelheit die Lava noch intensiver erleben zu können. Hier sitzen wir auf fast 4000 Metern Höhe und werden mit vor Kälte zitternden Körpern alle fünfzehn Minuten Zeugen eines Vulkanausbruchs begleitet von ohrenbetäubendem Donnergrollen, fliegendem Gestein, spritzender Lava und riesigen Aschewolken. In der Nacht schrecken wir sogar mehrmals durch die lauten Geräusche hoch, öffnen unser Zelt und beobachten weitere Ausbrüche. Durch die Kälte bekommen wir zwar nur etwa vier Stunden Schlaf, müssen hier aber wohl nicht erwähnen, dass es dies mehr als wert war.

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  • Atemberaubender Camping Roadtrip durch ganz Israel

Worte können nicht beschreiben wie sehr uns das Campen und Wandern in Israel gefallen hat und ein Highlight auszusuchen ist in diesem Fall einfach nicht möglich. Wochenlang nichts anderes als absolut einsame Wanderungen durch verschieden bunte Gesteinswüsten gefolgt von ebenso einsamen Nächten im Zelt umgeben von nichts als endloser Weite und dem ein oder anderen heulenden Kojoten. Wer uns kennt, weiß, dass wir für Momente dieser Art leben.

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  • Noch nie dagewesene Gastfreundschaft in Palästina

Man hört in den Medien viele Geschichten über Palästina, doch interessanterweise erzählt keine von den herzlichsten Menschen, die wir jemals auf unseren Reisen getroffen haben. Während einer Kleinbusfahrt nach Ramallah erhalten wir sage und schreibe drei Essenseinladungen, bekommen überall im Land Minztee angeboten und werden von einer Traube aus fünfzehn Männern fast überrannt, die uns an einem Streiktag mit strahlenden Gesichtern helfen möchten in ein israelisches Wandergebiet zu gelangen.  Man kann über den Konflikt zwischen Israel und Palästina sagen, was man möchte, aber wir persönlich haben unser Herz auf beiden Seiten der Grenzmauern gelassen und Freundschaften geschlossen, die wir auf ewig bewahren möchten.

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  • Entspannen am wundervollsten Gletscher Islands

Aufgrund anderer Beiträge auf unserem Blog könnte man fast glauben, dass wir in Island keine einzige schöne Erfahrung gemacht haben, doch das ist natürlich absoluter Blödsinn. Wir haben gerade einige Tagen Regen hinter uns, als der Himmel plötzlich aufklart und wir etwas gegenüberstehen, dessen Anblick wir uns schon so lange gewünscht haben – dem atemberaubenden Gletscher von Fjállsarlón. Kleine Eisberge glitzern in verschiedenen Blautönen, dahinter größere gefolgt von einer massiven Wand aus dickem Eis. Wir haben seit etwa fünf Tagen weder geduscht noch eine warme Mahlzeit gegessen, sitzen jetzt aber im strahlenden Sonnenschein bei zwanzig Grad am Kiesufer, genießen einfach nur den Moment und sind verdammt glücklich für unsere Strapazen belohnt zu werden.

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  • Beobachtung der „Big Five“ Afrikas in freier Wildbahn

Lange war es unser Traum alle „Big Five“ Afrikas (Löwe, Elefant, Wasserbüffel, Leopard und Nashorn) in freier Wildbahn beobachten zu können. Während unserer letzten Reise durch Afrika im Jahr 2016 hatten wir es anscheinend mit sehr scheuen Wildkatzen zu tun, doch diesmal ist es endlich so weit. Verstreut über Südafrika, Namibien, Sambia, Botswana und Tanzania sehen wir drei Leoparden, zirka 80 Löwen, hunderte von Elefanten, unzählige Wasserbüffel und einige weiße und sogar sehr seltene schwarze Nashörner. Nicht zu erwähnen, dass wir alle von ihnen mit Jungen, bei der Paarung oder bei der Jagd beobachten können und auch noch weitere seltene Tiere wie Geparden entdecken. Etliche Stunden verbringen wir in offenen Geländewägen mit Wind in den Haaren und Sand in den Augen während wir uns wie kleine Kinder über jedes Tier freuen, das wir zu Gesicht bekommen. Ganz besonders in Erinnerung werden uns auch immer die Tage im Krüger Nationalpark bleiben, an denen wir uns ganz alleine und ohne Nationalparkranger den Weg durch den afrikanischen Busch bahnen und uns freier als je zuvor fühlen.

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  • Sprung aus einem Flugzeug über der Skelettküste Namibiens 

Ehrlich gesagt haben wir noch nie darüber nachgedacht Skydiven zu gehen, doch als einige unserer Mitreisenden beim Buchungsschalter stehen, beschließen wir in einem kurzen Moment spontaner Verrücktheit einfach mitzumachen. Keine zwei Stunden später sitzen wir auch schon in einer kleinen Propellermaschine ohne Sitze oder Türen und heben über der Skelettküste ab. Nach zehn Minuten Flug mit wunderschönem Blick auf die Wüste Namib, die hier direkt auf den Ozean trifft, geht alles ganz schnell. Wir baumeln aus dem Flugzeug, stürzen im freien Fall in die Tiefe, eine unglaubliche Welle Adrenalin durchströmt unseren Körper und anschließend öffnet sich der Fallschirm. Ohne richtig realisiert zu haben, was gerade passiert ist, kommen wir am Boden an und können kaum glauben was wir da gerade getan haben.

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  • Besuch einer Gorillafamilie im dichten Dschungel Ugandas

Dieses Erlebnis war wohl das teuerste und einzigartigste Abenteuer, das wir je unternommen haben. Sage und schreibe 500 Euro pro Person kostet ein Ticket um im Bwindi Nationalpark eine Gorillafamilie für eine Stunde besuchen zu dürfen und ja, wir haben sehr lange überlegt ob wir so viel Geld wirklich ausgeben wollen. Doch die Erhaltung und Erfahrung von Natur und Lebensräumen von Tieren ist uns einfach ein sehr hohes Anliegen und somit haben wir uns und vor allem Jonathan einen Lebenstraum erfüllt. Die Gorillafamilien sind jeden Tag aus Schutz vor Wilderern streng bewacht und die Besucherzahlen stark begrenzt. Wir werden in kleine Gruppe von sieben Personen eingeteilt und anschließend von insgesamt sechs schwer bewaffneten Soldaten durch das unberührte Dschungeldickicht Ugandas geführt. Zwei von jenen Soldaten haben bereits drei Stunden zuvor die Suche nach der Familie gestartet, denn diese einzigartigen Tiere legen weite Strecken zurück und müssen jeden Tag aufs neue ausfindig gemacht werden. Zwei Stunden schweißtreibendes Wandern bei 98% Luftfeuchtigkeit später finden wir sie schließlich und als uns ein ausgewachsener und 200 Kilogramm schwerer Silberrücken zwei Meter entfernt gegenüber sitzt, können wir beide eine kleine Freudenträne nicht zurückhalten.

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  • 180 km lange Wanderung durch die Sahara in Marokko

Elf Tage verbringen wir mit ein paar Mitstreitern, drei Berbern und einigen Kamelen in der Sahara und legen dabei 180 Kilometer zu Fuß zurück. Dass die Wüste uns ohnehin gefällt, dürfte der ein oder andere schon bemerkt haben, aber diese Weitwanderung setzt selbst für uns neue Maßstäbe. Auf völlig unbekannten Pfaden waten wir durch ausgetrocknete Flussbette, klettern über felsige Tafelberge, campen unter der Milchstraße und haben abends am Lagerfeuer einfach nur eine wahnsinnig schöne Zeit. Diese Momente in unberührter Natur sind genau das, was wir am Ende des aufregendsten Jahres unseres Lebens benötigen und wir finden viel Zeit die zahlreichen Ereignisse verarbeiten und reflektieren zu können.

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