10 Highlights aus 10 Ländern – über den Balkan von Wien nach Istanbul

Happy, happy, happy könnte man unseren derzeitigen Gemütszustand wohl am besten beschreiben, denn unsere spontane Idee durch die Balkanländer bis nach Istanbul zu reisen war einfach die absolut richtige! Neuneinhalb Wochen ging es mit Bussen, Mietautos, Fähren, Zügen, Sammeltaxis, einem Quad und per Anhalter durch Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Griechenland, Nordmazedonien, Kosovo, Bulgarien bis in die Türkei. Mit diesem Trip haben wir uns tatsächlich einen kleinen Traum erfüllt, denn viele der folgenden Orte hatten wir schon seit Jahren auf dem Radarschirm. Doch irgendwie kam uns nie in den Sinn diese Reise genau jetzt anzutreten, da man auf einer Weltreise doch „möglichst weit weg muss“ – absoluter Quatsch. Wie in so vielen Lebenslagen war es die beste Strategie einfach auf unser Herz zu hören und zu tun was uns glücklich macht. 

  • Slowenien – Lake Bled

Obwohl er nicht weit entfernt von Wien ist, steht der Lake Bled in Slowenien schon recht lange auf unserer Wunschliste und auf dieser Reise ist es endlich soweit! Für den Tag unserer geplanten Wanderung ist laut Prognose eigentlich nur Regen und Gewitter vorhergesagt, doch wie so oft macht sich wieder einmal unser Wetterglück bemerkbar und wir können bei strahlendem Sonnenschein die wolkenlose Aussicht genießen.

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  • Kroatien – Nationalpark Plitvicer Seen

Auch hier haben wir richtiges Glück: Durch die starken Regenfälle der letzten Wochen sind Teile der Nationalparks überschwemmt und daher nicht begehbar. Die schönsten Wege öffnen jedoch genau am Tag unseres Besuchs wieder und nachdem wir ein paar überschwemmte Pfade durchwaten, haben wir einen Teil der Seen fast für uns alleine. Außerdem freuen wir uns eigentlich immer über Regen, wenn wir Wasserfälle besuchen, da man in diesem Fall meistens mehr als nur ein klägliches Rinnsal sieht.

DSC_0245(2)Plitvice

  • Bosnien und Herzegowina – Mostar

Die Brücke von Mostar ist wohl das meist fotografierte Wahrzeichen Bosnien und Herzegowinas, doch auch abseits von dieser Berühmtheit ist die kleine Stadt am blauen Neretva Fluss ein wahres Juwel. Herausgeputzte osmanischen Häuser, viele nette Lokale, eine interessante Geschichte und fantastische Ausflugsziele in nächster Umgebung machen Mostar zu unserem idealen Stützpunkt um den Rest des Landes zu erkunden.

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  • Montenegro – Bucht von Kotor

Die Bucht von Kotor ist mittlerweile kein Geheimtipp mehr. Täglich legen riesige Kreuzfahrtdampfer am Hafen an und hunderte von Touristen fluten die kleine Altstadt. Doch sobald die Kreuzfahrtgäste verschwunden sind, kehrt wieder Ruhe ein. Zwei Tage verbringen wir in Kotor, in denen wir durch die Altstadt schlendern, die Burg San Giovanni erklimmen, eine Bootstour unternehmen und übrigens eine unserer schönsten Unterkünfte mit direktem Blick auf die Bucht haben.

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  • Albanien – Valbona Valley

Auch die Wanderung durch das Valbona Valley in Albanien steht schon eine gefühlte Ewigkeit auf unserer Wunschliste. Auf einem tollen Trail überquert man während einer Tagesetappe die Bergkette vom kleinen Ort Valbona in das noch abgeschiedenere Dorf Theth und blickt währenddessen die ganze Zeit über auf das gesamte Tal. Wieder kommt uns unser derzeitig wohl gut gesonnenes Karma zugute, denn wir erwischen den ersten vollkommen sonnigen Tag des Frühlings in dieser Region und sehen somit nur wenig andere Touristen. In der Hochsaison sollen die Wanderwege laut Einheimischen hier wohl ziemlich voll werden, früher kommen lohnt sich also.

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  • Griechenland – Zakynthos

Endlich schaffen wir es auch nach Zakynthos und klappern mehr oder weniger die ganze Insel ab. Natürlich kommt man hier nicht am sagenhaften Shipwreck Beach vorbei, welcher ehrlich gesagt auch einer der Hauptgründe für unseren Besuch ist. Obwohl wir schon viele Bilder dieses Küstenabschnitts gesehen haben, verschlägt es uns beim Anblick dann doch ein bisschen den Atem. Und weil die Bucht so schön ist, besuchen wir sie gleich zweimal. Kleiner Tipp: Um gute Fotos zu machen, sollte man am frühen Nachmittag hier sein, wer es aber gerne ruhig hat, ist in den Abendstunden bei Sonnenuntergang besser aufgehoben, weil um diese Zeit keine Ausflugsboote mehr den Strand besuchen.

DSC_0254(2)Shipwreck

  • Nordmazedonien – Ohridsee

Der Ohridsee an der Grenze zu Albanien ist eine Art Ersatzozean für die Nordmazedonier. Ob er dieser Rolle gerecht wird sei dahingestellt, aber an der Schönheit des Sees und dem gleichnamigen Ort Ohrid besteht kein Zweifel. Wenn eine Stadt aufgrund unzähliger byzantinischer Kirchen und alter osmanischer Häuser an sich schon hochinteressant ist und dann auch noch an einem riesigen glasklaren See liegt, ergibt das eine tolle Kombination.

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  • Kosovo – Prizren

Prizren gilt als die schönste Stadt Kosovos und auch wenn wir nicht alle Städte des Landes gesehen haben um diese Frage entgültig beantworten zu können, wissen wir zumindest nicht was dagegen sprechen sollte. Zahlreiche Moscheen und orthodoxe Kirchen stehen Seite an Seite, das Flussufer wird von Kaffeehäusern gesäumt und von der Festung Kalaja bieten sich tolle Panoramablicke über die Stadt und umliegende Hügellandschaft.

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  • Bulgarien – Nationalpark Sieben Rila-Seen

In Bulgarien sinken die Temperaturen endlich wieder ein bisschen und somit wird natürlich wieder gewandert! Die Sieben Rila-Seen sind ein tolles Ausflugsziel sowohl für Ein- als auch Mehrtagestouren. Wir fahren so früh wie möglich mit dem Sessellift auf das wunderschöne Plateau und beginnen den Anstieg zu einem Aussichtspunkt an der Spitze der Bergkette, welcher die Anstrengung auf jeden Fall wert ist! Ach ja, haben wir schon unser Glück mit dem Wetter erwähnt? Nach unserer Wanderung bei perfekten Bedingungen verdunkeln plötzlich immer mehr Wolken den Himmel und wir kommen nach der Abfahrt mit dem Sessellift völlig durchnässt an der Talstation an. Keine Ahnung warum uns solche Dinge immer wieder passieren – aber viel später hätten wir wohl nicht losgehen sollen.

DSC_0793(2)Sieben Rila-Seen

  • Türkei – Hagia Sophia

Obwohl wir bereits das dritte Mal in Istanbul sind, schaffen wir es erst jetzt – shame on us – die Hagia Sophia zu besuchen. Wir stellen uns ganz früh beim Ticketschalter an, sind eine der ersten Besucher und kommen aus dem Staunen über die imposante Kuppel und prachtvollen Mosaike gar nicht mehr heraus. Auch wenn gerade Renovierungsarbeiten laufen und an einigen Stellen der Verschleiß seinen Tribut zollt, bleibt die Atmosphäre und die Vorstellung an den früheren Glanz absolut besonders. Die Hagia Sophia genießt den Ruf als Top-Sehenswürdigkeit absolut zu recht und wir können uns nicht erinnern jemals etwas vergleichbares gesehen zu haben. Wer also nach Istanbul reist: Macht es besser als wir und verschiebt euren Besuch nicht auf ein anderes Mal.

Hagia Sophia

Direkt von zu Hause aus über den Landweg in die Türkei zu reisen war mal eine ganz neue Erfahrung. Vor allem haben wir gelernt wie unglaublich privilegiert wir sind Europa unser zu Hause nennen zu dürfen – einem Kontinent, der abwechslungsreicher nicht sein könnte. Zudem sind wir uns selbst treu geblieben und haben unseren Wunsch nach einer wieder etwas individuelleren Reise absolut in die Tat umgesetzt. Zehn Highlights einer solch intensiven Zeit rauszusuchen war übrigens gar nicht so leicht, denn wir haben einfach so unglaublich viel gesehen und erlebt, dass sich das unmöglich in einem Beitrag zusammenfassen lässt. Wir werden es aber in den kommenden Wochen vor unserer nächsten (und für dieses Jahr letzten!) großen Reise hoffentlich schaffen, noch ein paar mehr Eindrücke zu geben und verraten auch bald, wohin es uns für den letzten Abschnitt unserer zweijährigen Hochzeitsreise verschlagen wird.

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