Das letzte Kapitel unserer Weltreise – Aufbruch nach Zentralasien!

Ist etwa nicht mehr Dezember 2017? Der Monat, in dem wir unsere Jobs kündigen, unsere Hochzeit kurz bevorsteht und wir dabei sind alle Sicherheiten eines geregelten Lebens aufzugeben um auf unbegrenzte Zeit zu reisen? Falsch. Es ist bereits August 2019 und wir treten den letzten Abschnitt unserer Hochzeitsreise an – die Zeit rinnt offensichtlich am schnellsten davon, wenn man zu glücklich ist um sie wirklich wahrzunehmen.

Die vergangenen Wochen in Wien waren unglaublich toll und wir haben neue Energie für das finale Reisekapitel dieses Jahres gewonnen. Neben durchtanzten Nächten, einer schönen Hochzeit, Geburtstagsfeiern, Zeit mit der Familie und stundenlangen Spaziergängen mit unserem Hund sind die Wochen nur so dahingerieselt. Und schon ist der Tag gekommen, an dem wir zum letzten Mal mit unseren mittlerweile etwas mitgenommenen Rucksäcken zum Flughafen fahren.

Wenn wir das nächste Mal österreichischen Boden betreten, sind zwei Jahre Weltreise vorbei und wir müssen zurück in einen geregelten Alltag finden – die möglicherweise größte Herausforderung!  Ein bisschen Bammel haben wir davor ja schon, denn seit anderthalb Jahren leben wir in einer Art Utopie ohne Gefühl für Zeit, Raum und Regeln. Es ist wirklich peinlich, aber manchmal vergessen wir sogar das aktuelle Monat. Zum Glück haben wir noch ein bisschen Schonfrist und für einen von uns bereits eine fixe Jobzusage für Jänner. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil sich unsere Ersparnisse langsam in ein klägliches Rinnsal verwandeln und wir schon befürchten unsere Bank ruft uns eines Tages an und fragt, ob wir die heimlichen Drahtzieher der illegalen Teigtascherlmafia in Wien sind.

Doch ein bisschen gesunder Respekt vor dem Ende eines solchen Lebensabschnitts gehört vielleicht einfach dazu und wir sind im Großen und Ganzen einfach wahnsinnig glücklich diesen Schritt gewagt zu haben. Ein häufiger Satz, den wir immer wieder von meist etwas älteren Menschen hören, lautet: „Ihr habt vollkommen Recht – später kommen die Karriere, Kinder oder andere Verpflichtungen dazwischen und ehe man sich versieht, ist man pensioniert und körperlich nicht mehr in der Lage so viel aufs Spiel zu setzen.“ Und auch wenn wir der ziemlich sicheren Überzeugung sind, dass Kinder unsere Pläne nicht durchkreuzen werden, verstehen wir die Kernaussage. Vor allem die liebe Bürokratie geht uns mal wieder etwas auf die Nerven, zurzeit dürfen wir unserem geliebten Mobilfunkanbieter erklären, dass wir nicht nach Osteuropa übersiedelt sind.

„Your dreams are always worth the risk. Besides, what´s the alternative? Not going after your dreams?“ – auf Instagram findet man offenbar einen Hipsterspruch für jede Lebenslage.

Die letzten Monate unseres erkämpften Traumes wollen wir daher in vollen Zügen auskosten und jede Minute genießen. Wie bereits in diesem Beitrag erwähnt bedeutet bei uns aufgeschoben niemals aufgehoben und es geht daher endlich endlich nach Zentralasien: Kasachstan, Kirgisistan, dann über unseren lang herbei gesehnten Pamir Highway durch Tadschikistan nach Usbekistan und wenn alles klappt auch nach Turkmenistan – fingers crossed! So sehen die zirka ersten elf Wochen aus. Was anschließend passiert, müssen sich unser limitiertes Budget und unsere unlimitierte Spontanität untereinander ausmachen. Es wird auf jeden Fall eine ganz schön intensive Zeit werden, denn wir haben das ein oder andere Abenteuer geplant. Und somit heißt es zum letzten Mal: Baba, Wien! Camping, Wandern, Roadtrips und Wüste: Wir kommen!

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