Reiseroute & Tipps für Südkasachstan – alle unsere Infos zu drei Wochen Backpacking und Campingroadtrip

Eine Individualreise nach Kasachstan zu planen ist gar nicht so einfach wie gedacht – die Reiseführer sind meist sehr oberflächlich und auch über das Internet ist es mühsam an detaillierte Informationen zu gelangen. Aus diesem Grund haben wir beschlossen unser Wissen in diesem Beitrag zu sammeln und an andere Reisende weiterzugeben. Er enthält unseren Reiseverlauf, eine interaktive Karte mit allen besuchten Orten und sogar die GPS Koordinaten unserer Wildcampingplätze. Viel Spaß beim Lesen und Planen eurer Abenteuer in Südkasachstan!

Inhaltsverzeichnis

Reiseverlauf

gmap.druck.jpg

  1. Anflug von Wien nach Almaty
  2. Roadtrip Teil 1: Ile-Alatau Nationalpark, Sharyn-Canyon Nationalpark, Kolsai Lakes Nationalpark, Altyn-Emel Nationalpark & Qapschaghai See
  3. Roadtrip Teil 2: Schymkent, Sairam-Ugam State Nationalpark & Türkistan, Taras & Tamgali Felsmalereien
  4. Fahrt nach Bischkek in Kirgisistan
  5. Zugfahrt von Nukus in Usbekistan nach Aktau
  6. Aktau & Mangistau
  7. Abflug von Aktau nach Amman in Jordanien

Almaty

Am Flughafen angekommen nehmen wir den öffentlichen Bus in die Stadt und gehen anschließend zu Fuß zum Hostel. Die größte Stadt Kasachstans trifft zwar nicht vollständig unseren Geschmack, ein bisschen Zeit sollte man unserer Meinung nach aber trotzdem einplanen. Wir besuchen die Zentralmoschee, den Zelenyy Basar, die Zenkov Kathedrale im Park der 28 Wachen, fahren mit der Seilbahn auf den Hügel Kok Tobe und sehen uns die Regierungsgebäude rund um das Unabhängigkeitsdenkmal an. Empfehlen können wir außerdem einen Besuch im Restaurant „Navat“ und eine Fahrt mit der Metro, deren riesige Stationen ein bizarres Bunkerfeeling verströmen. Anschließend mieten wir uns für zehn Tage einen kleineren SUV um den Südosten Kasachstans zu erkunden.

Unsere Tipps:
  • Die Buslinie Nummer 92 verbindet die Ankunftshalle des internationalen Flughafens mit der Stadt, Tickets kann man direkt beim Fahrer kaufen.
  • Alle öffentlichen Busverbindungen in Almaty findest du auf der Seite wikiroutes.info
  • Unseren SUV buchen wir bei Hertz – die einzige internationale Mietwagenfirma, die wir ausfindig machen können.
  • Mehr persönliche Eindrücke aus Almaty findest du in unserem Reisetagebuch Kasachstan #1.

Ile-Alatau Nationalpark

Den ersten Halt mit unserem Auto machen wir am Issyk See, einem beliebten Tagesausflugsziel, das sich im Ile-Alatau Nationalpark befindet. Anschließend geht es weiter in den Turgen Canyon, wo wir zum ersten Mal typisch zentralasiatische Bergpanoramen zu Gesicht bekommen. Eigentlich wollen wir bis zur Assy-Turgen Sternenwarte fahren, die auf einem Hochplateau gelegen ist. Doch die Straße wird uns gegen Ende des Canyons trotz SUV zu abenteuerlich und wir campen am Fluss Turgen. Einige Tage später kehren wir wieder in den Nationalpark zurück, denn bevor wir weiter in den Westen fahren bildet der Almaty Big Lake quasi den Schnittpunkt zwischen der östlichen und westlichen Schleife unseres Roadtrips. Eine gewundene Passstraße führt hinauf zum malerischen See an der kirgisischen Grenze und ist nicht umsonst das beliebteste Ausflugsziel der Einheimischen.

Unsere Tipps:
  • Sowohl am Issyk See als auch im Turgen Canyon sind die Straßen durchgehend asphaltiert.
  • Die meisten Tagesbesucher verlassen den Turgen Canyon mit Anbruch der Dämmerung und es werden viele versteckte Campingbuchten direkt am Fluss frei.
  • Direkt am Almaty Big Lake befindet sich die Sperrzone der kirgisisch-kasachischen Grenze und mit den Soldaten ist hier nicht zu spaßen, also besser nicht zu nahe kommen.

DSC_0367(2)

Sharyn Canyon Nationalpark

Im Sharyn Canyon Nationalpark besuchen wir zuerst das wunderschöne Castle Valley. Viele Besucher gehen den unteren Trail durch das Tal, wir hingegen fahren mit dem Auto oberhalb der Klippen entlang und klappern somit all die schönen Aussichtspunkte ab. Im Moon Valley finden wir eine absolut großartige Campingmöglichkeit, welche die kurze Schotterstraße definitiv wert ist! Zuletzt geht es zum Temirlik Canyon, dem wir einer kleinen Piste entlang des Grates folgen.

Unsere Tipps:
  • Es macht für uns mehr Sinn den Sharyn Canyon Nationalpark „aufzuteilen“ – nach dem Castle Valley geht es für uns daher zunächst einmal zu den Kolsai Seen und dem Kaindy See. Anschließend fahren wir wieder retour und besuchen Moon Valley und Temirlik Canyon auf der Durchreise zum Altyn–Emel Nationalpark.

DSC_0444(2)

Kolsai Lakes Nationalpark

Kurz vor dem Ort Saty zweigt die 4×4 Piste zum Kaindy See ab. Wir fahren etwa eine Stunde über die herausfordernde Straße inklusive diverser Flussdurchquerungen bis wir schließlich am Parkplatz ankommen. Von hier aus ist es noch ein kurzer, von Pferdeäpfeln gesäumter Fußweg zum berühmten See mit den abgestorbenen Bäumen. Wieder zurück auf Asphalt fahren wir wenige Kilometer hinter Saty zum Kolsai See 1. Obwohl man hier eine Mehrtageswanderung bis zum angeblich weniger schönen dritten See unternehmen könnte, entscheiden wir uns lediglich für die Eintagesvariante zum Kolsai See 2.

Unsere Tipps:
  • Einer unserer Hauptgründe einen Allradwagen zu mieten war die Fahrt zum Kaindy See. Bei der Straßenabzweigung gibt es zur Not aber auch eine Tankstelle, an der man sein Auto abstellen und einen Sammelbus zum See nehmen kann.

DSC_0009(2)

Altyn-Emel Nationalpark & Qapschaghai See

Über den Ort Basshi gelangen wir in den östlichen Hauptteil des Nationalparks, in dem wir eine Nacht campen und die Singende Sanddüne sowie die Berge von Aktau und Kakutau besuchen. In allen erdenklichen Farben reihen sich hier unterschiedlich hohe Hügelketten auf und vor allem die dunkelroten haben es uns besonders angetan. Vom östlichen Haupteingang fahren wir schließlich etwa drei Stunden bis zum westlichen Eingang, wo wir am Ufer des Qapschaghai Sees wild campen, bevor wir am nächsten Tag die Urzeitgräber von Besshatyr und die Felsmalereien von Terekty erkunden.

Unsere Tipps:
  • Die Tickets für den Nationalpark erhält man im Visitor Center in Basshi. Wer den westlichen Teil des Nationalparks besuchen möchte, muss sein Ticket ebenfalls im Visitor Venter oder im Office in Almaty (Bogenbai Batyr 132 Ecke Panfilov, Büro N305) besorgen, denn am westlichen Eingang sind keine erhältlich.
  • Tickets werden in 24-Stunden-Blöcken verkauft, in dieser Zeit kann man kostenlos in bestimmten bewachten Lagern campen.
  • Die Straßen im Nationalpark sind zwar sehr holprig, aber im Prinzip auch ohne Allradfahrzeug befahrbar, man sollte jedoch auf jeden Fall genug Zeit für die Strecke einplanen.
  • Um zum westlichen Nationalparkeingang zu gelangen, fährt man nach Ende der Asphaltstraße noch ziemlich lange über ein Gewirr von Schotterpisten. Nach einer guten Stunde erreicht man das Eingangshäuschen – im Zweifelsfall einfach der Stromleitung nach.
  • Bei den Felsmalereien von Terekty sind wir gleich einem Trail gefolgt und somit an allen Felsmalerein vorbei gelaufen, die direkt beim „Parkplatz“ waren, also nicht weiter fahren als auf maps.me eingezeichnet ist.
  • Im westlichen Teil des Nationalparks ist Campen verboten.
  • Mehr persönliche Eindrücke vom ersten Teil unseres Roadtrips findest du in unserem Reisetagebuch Kasachstan #2 (bald online!).

DSC_0983(2)

Schymkent, Sairam-Ugam State Nationalpark & Türkistan

Nach den letzten Tagen in der Natur fällt es uns ein bisschen schwer wieder in das Stadtleben einzutauchen. In Schymkent besuchen wir den Unabhängigkeitspark, die Moschee Ordabasy und den Basar. Anschließend fahren wir in die Berge des Sairam-Ugam State Nationalparks und verbringen eine wirklich bitterkalte Nacht im Zelt. Nach einem Zwischenstopp im Arystanbab Mausoleum besuchen wir in Türkistan das gewaltige Mausoleum von Hodscha Ahmad Yasawi und die unterirdische Moschee. Etwa 50 Kilometer hinter Türkistan liegt wenig beachtet die archäologische Stätte Savran, von der außer der weitläufigen kreisrunden Stadtmauer nur wenige Bauten rekonstruiert worden sind. Hier sind wir am westlichsten Punkt unseres Roadtrips angekommen.

Taras & Tamgaly Felsmalereien

Auf dem Rückweg Richtung Almaty halten wir noch am Aisha-Bibi Mausoleum, sehen uns in der Stadt Taras um und erkunden nach einem langen Fahrtag die kaum besuchten aber unserer Meinung nach sehr sehenswerten Tamgaly Felsmalereien. Auf einem ziemlich großen Areal führen präparierte Wanderwege zu den gut ausgeschilderten und erläuterten Relikten längst vergangener Zeit. Unserer Meinung nach ist dieser Ort den Umweg auf jeden Fall wert!

Unsere Tipps:
  • Mehr persönliche Eindrücke vom zweiten Teil unseres Roadtrips findest du in unserem Reisetagebuch Kasachstan #3 (bald online!).
  • Falls man wie wir im Anschluss von Almaty nach Bischkek weiter reist: Das Maschrutka fährt in Almaty von der Sayran Bus Station ab und benötigt inklusive Grenzüberquerung etwa fünf Stunden zur Western Bus Station. Um zu sehen, welche öffentlichen Busse von deiner Nähe aus zum Terminal fahren, können wir die Seite wikiroutes.info sehr empfehlen.

DSC_0645(2)

In den nächsten Wochen geht unsere Reise weiter durch Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan bevor wir wieder nach Kasachstan zurückkehren.

Aktau & Mangistau

Mit dem Nachtzug reisen wir 28 Stunden lang von Nukus in Usbekistan nach Aktau und sind somit zurück in Kasachstan. Aktau bildet den Ausgangspunkt für unsere Touren nach Mangistau und wir unternehmen erst einmal einen netten Spaziergang am Kaspischen Meer entlang der Uferpromenade. Unsere erste Tagestour führt uns in die Region nördlich von Aktau und wir besuchen die beeindruckende Dzhigalgan Depression, den herzförmigen Kuzdakary See, essen im Kapam Canyon zu Mittag, besuchen die Felsmoscheen Sultan Ape und Schekpak Ata und staunen über die riesigen kreisrunden Felsen im Valley of Balls. Am nächsten Tag brechen wir zu einer zweitägigen Tour nach Mangistau auf: Wir durchqueren die Karagiye Depression – den tiefsten Punkt Kasachstans – blicken hinab auf die atemberaubenden Felsen von Bozhira und besichtigen den Pilgerort Beket Ata bevor wir zu unserer Unterkunft nach Schangösen fahren. Am nächsten Tag besuchen wir die geschichteten Tiramisu Mountains, werfen einen Blick auf den Bokty Mountain, erkunden Bozhira von der unteren Ebene aus und suchen in der Dämmerung beim Tuzbair See nach Haifischzähnen. Am nächsten Tag verabschieden wir uns von Zentralasien und fliegen von Aktau in den Nahen Osten nach Jordanien.

Unsere Tipps:
  • Mangistautouren, die online angeboten werden, sind extrem überteuert! Vor Ort lassen wir uns von Alexander, dem Manager des Three Dolphins Hotels, eine Tour zusammenstellen für welche wir nur ein Drittel des Preises zahlen, den man im Internet findet. Die Reiseagenturen mit großer Webpräsenz nutzen es aus, dass man im Vorfeld nur wenige Informationen findet und verlangen unverhältnismäßige Preise, vor Ort planen spart also einiges an Geld!
  • Lasst euch genau erklären welche Orte ihr besucht, wie weit diese voneinander entfernt liegen und wie die Übernachtungsmöglichkeiten aussehen.
  • Wer in der richtigen Reisezeit kommt, kann in Mangistau an den unglaublichsten Orten campen. Zwischen November und März wird es zumindest in der Nacht sehr ungemütlich.

DSC_0562(2)

Unsere Reiseroute im Überblick

Zeitraum Aktivitäten Übernachtung
Tag 1-2 Sightseeing Almaty Hostel Nomads Guesthouse, Almaty
Tag 3 Mietwagenabholung, Ile-Alatau Nationalpark: Issyk See und Turgen Canyon Camping im Turgen Canyon
GPS: 43.23688, 77.77011
Tag 4 Scharyn-Canyon Nationalpark: Castle Valley, Kolsai Lakes Nationalpark: Kaindy See Nacht im Auto am Parkplatz der Kolsai Seen
GPS: 42.99132, 78.3259
Tag 5 Kolsai Lakes Nationalpark: Wanderung zum Kolsai See 2, Scharyn-Canyon Nationalpark: Moon Canyon Wildcamping im Moon Valley
GPS: 43.27944, 78.99115
Tag 6 Scharyn Canyon Nationalpark: Temirlik Canyon, Altyn-Emel Nationalpark: Singende Sanddüne Camping im Altyn-Emel Nationalparkcamp
Tag 7 Altyn-Emel Nationalpark: Aktau und Kakutau, 700 Jahre alter Baum, Fahrt zum westlichen Eingang des Nationalparks Wildcamping am Qapschaghai See
GPS: 43.84044, 77.80791
Tag 8 Altyn-Emel Nationalpark: Urzeitgräber von Besshatyr und Felsmalereien von Terekty, Fahrt in den Ort Qapschaghai Yamayka Beach Resort, Qapschaghai
Tag 9 Ile-Alatau Nationalpark: Almaty Big Lake, Fahrt Richtung Taras Übernachtung im Auto nahe Lugowoi
GPS: 42.96651, 72.78088
Tag 10 Schymkent und Sairam-Ugam State Nationalpark Camping in Kaskasu im Sairam-Ugam State Nationalpark
GPS: 42.16798, 70.37982
Tag 11 Arystanbab Mausoleum, Türkistan und Savran Übernachtung im Auto zwischen Türkistan und Schymkent
GPS: 43.03017, 68.73369
Tag 12 Taras und Tamgaly Felsmalereien Übernachtung im Auto zwischen Targap und Almaty
GPS: 43.33292, 75.88195
Tag 13 Mietwagenrückgabe in Almaty Soul Hostel, Almaty
Tag 14 Fahrt von Almaty nach Bischkek in Kirgisistan

In den nächsten Wochen geht unsere Reise weiter durch Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan bevor wir wieder nach Kasachstan zurückkehren.

Zeitraum Aktivitäten Übernachtung
Tag 15-17 Ankunft in Aktau, Planung der Mangistautour und Sightseeing in Aktau Three Dophins Hotel, Aktau
Tag 18 Tagestour: Dzhigalgan Depression, Kuzdakary See, Sultan Ape, Kapam Canyon, Schekpak Ata, Valley of Balls Three Dophins Hotel, Aktau
Tag 19-20 Mangistau Tour: Karagiye Depression,  Bozhira, Beket Ata, Bokty Mountain, Tiramisu Mountains, Tuzbair See Hotel Aksaray , Schangösen
Tag 21 Abflug von Aktau nach Amman in Jordanien Three Dophins Hotel, Aktau

Interaktive Karte

Legende Kasachstan2.jpg