Wir wandern 1200 Kilometer und 73300 Höhenmeter quer durch Österreich – der Zentralalpenweg

Der ein oder andere denkt sich beim Lesen des Titels vielleicht „jetzt sind sie total verrückt geworden“ und hat damit auch ein kleines bisschen Recht. Doch in gewisser Weise konnte man bereits bei diesem Beitrag erahnen in welche Richtung unsere Wanderpläne für dieses Jahr gehen werden und wer uns kennt, weiß: Halbe Sachen gibt es bei uns nicht.

Einen der zehn großen österreichischen Weitwanderwege zu absolvieren ist in Wahrheit einer unserer schon etwas länger gehegten Träume. Wenn man sein Land wirklich gut kennen lernen möchte und noch dazu outdoorbegeistert ist, gehört so ein Wanderprojekt unserer Meinung nach einfach dazu. Lange konnten wir uns nicht zwischen Nord-, Zentral- und Voralpenweg entscheiden, denn ehrlich gesagt war uns der Zentralalpenweg fast schon eine Nummer zu groß. Er ist mit 1200 Kilometern der längste Weitwanderweg unseres Landes und mit mehreren Überschreitungen der 3000er Marke auch der herausforderndste. Auf der Homepage des Alpenvereins steht geschrieben: „Er verlangt neben der geeigneten Ausrüstung auch Trittsicherheit, Schwindelfreiheit sowie Orientierungsgeschick und Gletschererfahrung.“ Gletschererfahrung? Nö, haben wir nicht. Und aus diesem Grund haben wir uns ehrlich gesagt auch nicht richtig rüber getraut und wollten uns zunächst mit dem Nordalpenweg begnügen.

Aber wisst ihr was? Wenn diese ganze Coronamisere etwas bei uns bewirkt hat, dann, dass man die Gelegenheiten, die sich einem bieten auch nutzen und nicht verschieben sollte. Wir sind zwei kerngesunde Menschen Anfang 30, haben ziemlich viel Wandererfahrung, besitzen einen recht guten Hausverstand und würden uns niemals absichtlich in Gefahr begeben. In Ordnung, manchmal reizen wir gewisse Situationen schon etwas aus, aber alles in allem kann man uns so ein Unterfangen schon zutrauen. Jonathan meinte schlussendlich irgendwann: „Wir fangen doch ohnehin nicht sofort im Hochgebirge an, lass uns doch einfach mal los gehen. Wir machen das jetzt. Step by Step.“ Und mit diesen Worten hat er dann den letzten Funken Zweifel beiseite geräumt und für uns beide entschieden: Wir gehen den Zentralalpenweg.

Es wird übrigens ein Etappenprojekt, welches wir natürlich auch hier am Blog festhalten möchten. Das bedeutet, wann immer wir ein paar Tage Zeit haben werden, werden wir ein weiteres Stück gehen bis wir eben irgendwann in Feldkirch in Vorarlberg ankommen. Was uns dabei alles erwartet, können wir wohl noch gar nicht erahnen, aber eines steht fest: Wir freuen uns riesig auf jeden Meter, den wir gehen dürfen und müssen auch zugeben, dass unser Timing in punkto Reiseeinschränkung nicht besser hätte sein können. In diesem Sinne bleibt eigentlich nur noch eines zu sagen: Wünscht uns Glück. Es könnte sein, dass wir es brauchen.

Eine Übersicht aller Touren findest du hier: Der Zentralalpenweg