„Breitenbrunn – Großhöflein“ – Zentralalpenweg Etappe 3

Etappe 3 im Überblick

Länge 31.9 km
Höhenmeter 678 m im Anstieg, 608 m im Abstieg
Dauer 6 Stunden
Schwierigkeit leicht
Ausgangspunkt / Endpunkt Breitenbrunn / Großhöflein
Anfahrt direkt im Anschluss an Etappe 2
Datum 18.05.2020 und 19.05.2020

Am Ende der zweiten Etappe geht es für uns direkt weiter zur dritten. Wir fragen in der Breitenbrunner Postfiliale nach ob wir unsere Wasserflaschen auffüllen könnten und gehen anschließend durch den Ort und eine Kirschbaumallee. Jeder hier gepflanzte Baum wurde einem Paar gewidmet, das bereits entweder 25 oder 30 Urlaube in Breitenbrunn verbracht hat – schon etwas kurios, wenn ihr uns fragt. Vorbei an einem kleinen Freigehege mit den süßesten Schafen, die alle lautstark angetrabt kommen, geht es zum Naturschutzgebiet Thenau. Hier begegnen wir einem älteren Paar beim Holunderpflücken. Auf die Frage wo wir denn hin wollen und das Angebot uns irgendwo hin mitzunehmen, erzählen wir vom Zentralalpenweg und lehnen dankend ab. „Besser schlecht sitzn, als guad stehn“ ruft uns der Mann noch nach und wir müssen lautstark lachen – was für ein Lebensmotto.

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Wir lassen die flachen Felder und endlosen Weiten des Burgenlands nun hinter uns und gehen zum ersten Mal bergauf durch den Wald. Da es mittlerweile ohnehin schon recht warm geworden ist, kommt uns der Schatten der Bäume gerade recht. Die nächsten Stunden stapfen wir gemütlich durch die Wälder, frühstücken am Wegrand, überqueren immer mal wieder die Grenze zwischen Burgenland und Niederösterreich, machen uns Gedanken über unsere zukünftigen Reisepläne, erfinden Signaltöne, die wir mit unseren am Rucksack integrierten Pfeifen machen könnten und füllen unsere Wasserflaschen an einem kleinen Tümpel auf – Chlortabletten sei Dank! Achja und Irene beschließt zwischendurch mal kurz in einen Brennnesselstrauch zu greifen, es herrscht also der übliche Wahnsinn. Als kleiner Tipp am Rande: Gegen das Jucken von Brennnesseln hilft Spitzwegerich.

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Wir genießen es wieder zurück in unserer gewohnten Wanderroutine zu sein, können aber noch nicht ganz glauben, dass uns dieser Weg wirklich nach Vorarlberg führen wird. Bei der Warte an der Kaisereiche machen wir Pause und genießen den tollen Blick auf den bisher zurückgelegten Weg, der Neusiedlersee glitzert in der Ferne. Die nächsten fünf Kilometer geht es weiter durch den Wald und über kleine Hügelkuppen immer wieder bergauf und bergab. Das Gewicht unserer neuen zehn und fünfzehn Kilogramm schweren Rucksäcke sind wir nicht mehr so ganz gewöhnt und kommen dementsprechend langsam voran.

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Da wir heute ja in Winden am See begonnen haben und mehrere Tage am Stück gehen, wandern wir nicht bis zum Etappenende. Zum Abendessen gibt es wieder unsere klassische Wanderverpflegung – Gemüse mit Bohnen und Öl – und entdecken zum Abschluss des Tages noch ein Reh. Der näsche Tag beginnt recht früh. Mit wenig Wasser im Gepäck kommen wir zum Gasthaus Wilder Jäger, doch auf einem riesigen mit Flüssigkeit gefüllten Behälter finden wir lediglich das Wort „Sojalecithin“. Dann bleibt uns wohl nichts anderes übrig als durstig zu bleiben und noch weitere neun Kilometer in den Ort Großhöflein zu wandern. Am Weg dorthin kommen wir noch an der Buchkogelwarte vorbei, von der man einen tollen Ausblick auf Eisenstadt und die umliegenden Wälder hat.

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In Großhöflein angekommen ist aufgrund des warmen Wetters und der zurück gelegten Distanz der Durst dann schon ziemlich groß und wir suchen sofort nach einer Trinkwasserquelle. In der Einfahrt eines Einfamilienhauses entdecken wir  zum Glück einen Gartenschlauchanschluss, überlegen nicht lange und trinken so viel wir können. Dass uns dabei die gesamte Zeit eine Überwachungskamera filmt, entdecken wir erst später. Die Wasserflaschen füllen wir ebenfalls auf – jetzt ist es auch schon egal – und es geht noch ein paar hundert Meter weiter zum offiziellen Etappenende.  Doch der heutige Tag ist noch lange nicht vorbei …

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VORHERIGE ETAPPE

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„Parndorf – Breitenbrunn“ – Zentralalpenweg Etappe 2

Ganz ehrlich gleich zu Beginn: Die heutige Etappe ist weder besonders spannend noch ereignisreich. Wir machen uns mit dem Zug wieder auf nach Parndorf und von da an heißt es einfach Meter machen, Meter machen.

NÄCHSTE ETAPPE

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„Großhöflein – Forchtenstein“ – Zentralalpenweg Etappe 4

Nach dem Ende der dritten Etappe starten wir gleich die vierte und gehen durch den Ort Großhöflein. Am Hauptplatz nutzen wir zwei Bänke und einen Tisch für unser Frühstück, es gibt wieder Haferflocken mit Obst und einem Nussmix. Nach etwa 45 Minuten Pause gehen wir weiter und besuchen noch die Kirche.

Du hast noch keine Ahnung, was der Zentralalpenweg ist? Dann schau dir doch mal diesen Beitrag hier an: Wir wandern 1200 km und 73300 Höhenmeter quer durch Österreich – der Zentralalpenweg.

Eine Übersicht aller Touren findest du hier: Der Zentralalpenweg