„Forchtenstein – Kobersdorf“ – Zentralalpenweg Etappe 5

Etappe 5 im Überblick

Länge 18.5 km
Höhenmeter 286 m im Anstieg, 476 m im Abstieg
Dauer 5.25 Stunden
Schwierigkeit leicht
Ausgangspunkt / Endpunkt Forchtenstein / Kobersdorf
Anfahrt direkt im Anschluss an Etappe 4
Datum 20.05.2020 und 21.05.2020

Bei der Burg Forchtenstein startet die 5. Etappe und es geht noch weiter bergauf. Das Wetter ist heute an Stimmungsschwankungen kaum zu überbieten, denn alle 15 Minuten muss man sich den Pullover entweder an-, oder wieder ausziehen, was mit dem schweren Rucksack am Rücken nicht gerade ein Vergnügen ist. Wir sehen zum ersten Mal kleine Hügelketten und freuen uns einfach so sehr dieses Projekt gestartet zu haben. Der Verlauf vom Flachland ins Alpenvorland lässt sich mit jedem Tag beobachten und es ist einfach toll unser Heimatland so gut kennen zu lernen. Nach einer kleinen Schafweide und dem Dorf Forchtenstein machen wir neben einem versteckten Jägerstand die letzte Pause des Tages bevor es durch einen wunderschönen Waldabschnitt zunächst mäßig und gegen Ende hin recht steil bergauf geht. Im Ort Forchtenstein – Rosalia gibt es zwar nur wenige Häuser und eine Kapelle, zu unserer Verwunderung aber trotzdem eine Busstation mit Verbindung nach Wien. Und was uns noch viel fröhlicher stimmt ist eine wunderschöne öffentliche Toilette, die sich als perfekte Möglichkeit für eine kurze Katzenwäsche anbietet, unser Trinkwasser füllen wir ebenfalls auf.

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Außerdem ist Forchtenstein – Rosalia die letzte Möglichkeit um ein kleines Dilemma zu lösen, das wir haben. Und zwar war der Hunger gestern so groß, dass wir zum Abendessen unser gesamtes kleines Gläschen Olivenöl aufgebraucht haben. Allerdings gab es im letzten Supermarkt in Wiesen nur Flaschen mit einem halben Liter zu kaufen. Jetzt überlegen wir ob es allzu dreist wäre bei einem Haus zu klopfen um ernsthaft nach Öl zum Kochen zu fragen. Aber Jonathan gibt sich einen Ruck und kommt fünf Minuten später mit einem vollen Ölgefäß wieder! Die Frau war sogar so lieb und hat gefragt ob wir sonst noch irgendetwas bräuchten, der Ehemann war ganz neugierig und wollte wissen wo wir denn hinwandern. „Aaaah Feldkirch in Kärnten, na das ist aber ganz schön weit!“ „Nein, Feldkirch in Vorarlberg.“ „Ach was, DAS Feldkirch? Na Servas!“

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Forchtenstein – Rosalia ist eine kleine Sammlung von relativ beeindruckenden Grundstücken und gefällt uns richtig gut. Anstatt wie sonst von Hunden durch Zäune angebellt zu werden, fordert uns hier ein Border Collie über den Gartenzaun zum Spielen auf. Dazu braucht es bei uns natürlich keine große Überredenskunst und wir werfen ihm ein paar mal den Ball. Nach dem Ortsende geht es etwas die Straße entlang und anschließend durch einen weiteren recht nadelbaumreichen Waldabschnitt. Zum Abendessen gibt es mal wieder Gemüse mit Kidneybohnen und unserem frisch ergatterten Olivenöl.

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Am nächsten Tag verbringen wir unsere erste Pause auf einem kleinen Feld. Wir besprechen die nächsten Etappen und fragen uns wie viel uns dieser Weitwanderweg wohl noch abverlangen wird, ein bisschen Bammel haben wir ja schon. Irgendwie haben wir heute beide ein bisschen Kreislaufprobleme, was wohl einerseits am eigenartigen Frühlingswetter bestehend aus stechender Sonne und kaltem Wind liegen könnte oder an der Tatsache, dass wir gestern nicht genug gegessen haben. Trotz des heutigen Feiertages sind wir voller Hoffnung auf irgendeine Nahrungsquelle im nächsten Ort. Etwa zwei Kilometer vor Ortsanfang beschließen wir unser Frühstück vorzuverlegen – normalerweise essen wir immer um 11 Uhr – machen im Schatten eines Baumes Halt und verschlingen die letzten Vorräte an Haferflocken, Nüssen, Bananen und den selbst gepflückten Kirschen. Nicht wirklich satt aber deutlich zufriedener gehen wir weiter.

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Danach geht es am Schloss Kobersdorf vorbei und schnurstracks zu unserem eigentlichen Ziel, der Bäckerei. Wir vergießen fast ein paar Freudentränen als wir sehen, dass sie trotz Feiertag geöffnet hat, decken uns mit Dinkelweckerl ein und bestellen auch noch zwei hausgemachte Mehlspeisen. Die Esterhazyschnitte und Kardinalschnitte hauchen uns wieder Leben ein, wir füllen unsere Wasservorräte auf und beginnen die nächste Etappe.

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VORHERIGE ETAPPE

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„Großhöflein – Forchtenstein“ – Zentralalpenweg Etappe 4

Nach dem Ende der dritten Etappe starten wir gleich die vierte und gehen durch den Ort Großhöflein. Am Hauptplatz nutzen wir zwei Bänke und einen Tisch für unser Frühstück, es gibt wieder Haferflocken mit Obst und einem Nussmix. Nach etwa 45 Minuten Pause gehen wir weiter und besuchen noch die Kirche.

NÄCHSTE ETAPPE

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„Kobersdorf – Krumbach Markt“ – Zentralalpenweg Etappe 6

Aus dem Ort Kobersdorf geht es erst einmal etwa 300 Höhenmeter über eine Schotterstraße bergauf und weiter bis zu einem wunderschönen Teil des Naturparks Landseer Berge – zuerst steil bergab und auf der anderen Seite wieder steil bergauf zur Burgruine Landsee.

Du hast noch keine Ahnung, was der Zentralalpenweg ist? Dann schau dir doch mal diesen Beitrag hier an: Wir wandern 1200 km und 73300 Höhenmeter quer durch Österreich – der Zentralalpenweg.

Eine Übersicht aller Touren findest du hier: Der Zentralalpenweg