„Über das Waxeneck“ – Hausbergchallenge Tour 7

Länge 16.3 km
Höhenmeter 590 m im Anstieg, 480 m im Abstieg
Dauer 4.5 Stunden (Wanderführer: 4.45 Stunden)
Schwierigkeit leicht
Ausgangspunkt / Endpunkt Pottenstein an der Triesting / Pernitz an der Piesting
Anfahrt Regionalzug 2325 nach Leobersdorf, anschließend Regionalzug 6677 nach Pottenstein
Datum 10.01.2020
Begleitung Solo

„Wer gerne durch ausgedehnte einsame Wälder wandert, wird an dieser Tour über das Waxeneck Gefallen finden“, steht es im Wanderführer geschrieben und ich gebe diesem Satz absolut Recht. Wieder einmal treffe ich heute auf keinen einzigen anderen Menschen. Mit dem wohl kürzesten österreichischen Zug – gerade mal einem Waggon – komme ich in Pottenstein an, wo mich erst einmal relativ frische Temperaturen und dichter Nebel erwarten. Als ich mich noch ziemlich verschlafen und durchgefroren die ersten Wiesen hochschleppe, kommt mir zum allerersten Mal während dieser Challenge ganz ehrlich gesagt der Gedanke: „Warum zum Teufel machst du das eigentlich? Was willst du dir damit beweisen?“. Die Antwort darauf kenne ich übrigens bis heute nicht, aber ich habe ja noch ein paar Touren vor mir um sie heraus zu finden.

DSC_0227_kleinWaxeneck Fusionsbild1

Richtung Götzelsteig geht es immer weiter durch Wald, Wald und noch einmal Wald. Achja und Nebel. Ein bisschen komme ich mir heute ja vor wie die Protagonistin einer dieser Horrorfilme, bei denen man ganz genau weiß, dass im nächsten Moment der schief lächelnde Axtmörder hinter dem nächsten Baum auftaucht. Aber naja, lassen wir das. Ich stapfe mit meinen heute etwas eigenartigen Gedanken weiter durch den Nebel und erreiche schließlich endlich das Ende der Wolkendecke. Die zaghafte Wintersonne kämpft sich mit aller Kraft durch die Bäume und schenkt mir den wohl bisher schönsten Moment dieser Wanderchallenge. Immerhin habe ich ja nach einem WARUM gefragt, jetzt habe ich die Antwort bekommen.

DSC_0255_kleinDSC_0265_klein

Weiter hinauf und vorbei an der Josef-Koczirz-Rast nehme ich den Weg Richtung Geyersattel entlang des Waxeneckrückens. Die vielen privaten Sommerhäuser mit Blick auf den Schneeberg gefallen mir echt gut und schließlich komme ich beim Schutzhaus Waxeneck an, wo mich endlich mein Frühstück und ein ziemlich aufdringlicher Hüttenkater erwarten.

DSC_0306_kleinDSC_0393_klein

Nach meiner Pause verlaufe ich mich einmal kurz im Wald und finde beinahe den Trampelpfad nicht, der mich den steilen Graben hinab führt. Durch Feichtenbach geht es anschließend eine Zeit lang die Landstraße entlang und dann durch ein wirklich wunderschönes Waldstück weiter bis zum Luckerten Stein. Meine Navigationsapp spielt heute ein bisschen verrückt und obwohl es hier viele von Wanderern beschriebene Schilder gibt, will ich aus Frust schon fast aufgeben, schaffe es dann aber schlussendlich doch noch – wuhu! Der Luckerte Stein ist eine Art Felsbogen mit tollem Blick über das Piestingtal. Hier geht es ganz schön steil bergab und ich will ehrlich sein: Fotos mit Selbstauslöser zu schießen kann hier ein bisschen riskant sein. Beim Hinunterklettern rutsche ich ab und kann mich gerade noch mit der Hand an einer Wurzel festkrallen. Ups.

Waxeneck Fusionsbild2DSC_0425_kleinWaxeneck Fusionsbild3DSC_0458_klein

In Pernitz ist meine erste Schandtat gleich einmal ein Besuch im örtlichen Supermarkt, denn das karge Frühstück hat heute leider nicht lange angehalten. Aber Medjouldatteln und ein Nussmix stimmen mich wieder fröhlich und ich gehe gut gelaunt weiter zum Bahnhof.

7Waxeneck-Trailmap-final

Du hast noch keine Ahnung, was die Wiener Hausbergchallenge ist? Dann schau dir doch mal diesen Beitrag hier an: Ich wandere 1310,2 Kilometer durch Niederösterreich – die Wiener Hausbergchallenge.

Eine Übersicht aller Touren findest du hier: Die Wiener Hausbergchallenge